Berlin - Im Fall der „Gläsernen Blume“ hat sich die Stiftung Humboldt Forum jetzt umentschieden. Die beliebte Skulptur aus dem abgerissenen Palast der Republik soll nun doch als Modell im Maßstab 1:10 ab Ende November hinter der wiederaufgebauten Fassade des Berliner Stadtschlosses im Humboldt Forum ausgestellt werden, sagte Stiftungssprecher Michael Mathis der Berliner Zeitung. „Es ist geplant, das Modell vorerst in einer Vitrine im Ausstellungsbereich zu präsentieren, der im Erdgeschoss unmittelbar beim Portal 2 einen Überblick über die Geschichte des Ortes vermitteln wird“, sagte er.

Wie berichtet, hatte vor zwei Wochen die Stiftung erklärt, dass von Glaskünstler Reginald Richter angefertigte Modell der „Gläsernen Blume“ nicht in der geplanten Sonderschau „Spuren“ auszustellen, wenn das Humboldt Forum Ende November eröffnet wird. Es sei „kein Original“, hieß es von Seiten der Kuratoren. Das sorgte für Kritik aus dem Senat. Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) erinnerte die Stiftung an deren Versprechen von 2016, die Skulptur im Kleinformat zu zeigen, um wenigstens so an den Palast der Republik zu erinnern, der an diesem Ort stand.

Kultursenator Klaus Lederer (Linke) bezeichnete die Entscheidung der Kuratoren als „Tritt vors Knie der Ostdeutschen“. Stiftungssprecher Mathis erklärte, dass die „Gläserne Blume“ als kleines Modell in dieser Sonderschau, in der auch andere Kunstwerke aus dem Palast der Republik zu sehen sein werden, kaum zur Geltung käme. Der nun gewählte Platz sei prominenter, um an das Original zu erinnern, das beschädigt in einem Spandauer Depot liegt. Das Modell der „Gläsernen Blume“ wird bereits ab 11. Mai in der Ausstellung „Ost-Berlin – die halbe Hauptstadt“ im Museum im Ephraim-Palais zu sehen sein.