Ballettschülerinnen beim Training.
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BerlinIm Februar erteilte Bildungssenatorin Sandra Scheeres den langjährigen Leitern der Staatlichen Ballettschule Ralf Stabel und Gregor Seyffert Hausverbot, im März schrieb sie eine der Stellen neu aus. Am Montag gab es einen Zwischenbericht zu den Vorwürfen.

Die Verwaltung sicherte ihren Schritt auf drei Ebenen ab: Eine Expertenkommission, eine Clearingstelle und Wirtschaftsprüfer untersuchten die Schule. Im Ergebnis wird der Schulleitung eine zu starke Hierarchie vorgeworfen, zu geringe Einbeziehung von Lehrern, Schülern, Eltern in die Arbeit, schlechtes Beschwerdemanagement. Schüler klagten über beleidigende Äußerungen, sexualisierte und physische Gewalt.

Wie genau solche Gewalt aussieht, wie viele der Tausenden ehemaligen und heutigen Schüler sich äußerten, wie viele Lehrer als problematisch gelten, dazu kein Wort. Die geschassten Leiter wurden vor dem Zwischenbericht nicht gehört. Der Vorwurf lautet, es herrschte eine „Kultur der Angst“, also die Angst der Schüler, nicht auftreten zu dürfen, gar die Schule verlassen zu müssen.

Damit stellt die Kommission das Schulkonzept dieser Eliteschule in Frage, deren Aufgabe es ist, Tänzer und Akrobaten für Spitzencompagnien auszubilden. Es kritisiert die Leistungsanforderungen und die Ausschulung, wenn ein Kind es nicht schafft. Als wüsste man bei einer Zehnjährigen, ob sie mit 19 noch Ballerina sein kann oder will. Auch die Ausbildung von Ausländern und das Aufnahmealter stellt der Bericht zur Disposition.

Doch mit den wenigsten Anwürfen haben die Schulleiter zu tun. Schulstrukturen fallen nicht in ihre Zuständigkeit, sondern in die der Senatorin. Es fragt sich, wer hier eigentlich von der Pflicht entbunden gehört.