Bandenkriminalität: Polizei nimmt schwangeren Teenager fest

Die Zivilfahnder der Bundespolizei kennen das Mädchen-Trio schon von früheren Taschendiebstählen. Deshalb haben die Beamten die 13-Jährige und die beiden 14-Jährigen am Mittwochnachmittag am Bahnhof Friedrichstraße beobachtet. Als eine der Rolltreppen des Bahnhofs abrupt stoppte, drängten sich die Mädchen dicht hinter einen 55-jährigen Mann. Eine der 14-Jährigen griff ihm in seine linke Gesäßtasche, während ihre Komplizinnen sich vor das Mädchen stellten, um die Tat zu verdecken.

Als die Mädchen am Ende der Rolltreppe ankamen, warteten dort bereits Polizistinnen auf sie. Die Beamten befragten den Reisegast - ihm wurde jedoch nichts gestohlen. Zur Identitätsfeststellung nahmen die Beamten die Mädchen mit zur Dienststelle.

Kindernotdienst meldet Mädchen als vermisst

Die weiteren Ermittlungen haben ergeben, dass die schwangere 13-Jährige durch den Kindernotdienst in Berlin als vermisst gemeldet wurde. Sie war von der Berliner Landespolizei bereits nach einem Taschendiebstahl aufgegriffen und dort untergebracht worden, weil sie keinen festen Wohnsitz in Berlin und angeblich auch keine Eltern in der Stadt hat. Eine Streife brachte sie zum Notdienst zurück.

Die beiden als Taschendiebinnen polizeilich bekannten 14-jährigen Mädchen wurden von den Bundespolizisten ebenfalls dem Jugendnotdienst übergeben. Die Beamten leiteten gegen sie ein Ermittlungsverfahren wegen versuchten Diebstahls ein.

Dass die jungen Diebinnen mit rumänischer Staatsbürgerschaft ihre Taten jetzt unterlassen könnten, glaubt die Polizei jedoch nicht. Sie geht davon aus, dass sie zu einer aus Rumänien stammenden international organisierten Bande gehören, die Minderjährige zum Stehlen schickt.

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