Es war einer der spektakulärsten Banküberfälle der vergangenen Jahre: Eine Bande von Panzerknackern war im Januar 2013 über einen selbst gegrabenen Tunnel in eine Volksbank-Filiale in Steglitz eingebrochen und hatte Dutzende Schließfächer leergeräumt. Die Beute: rund zehn Millionen Euro in Bargeld, Wertsachen und Schmuck. Jetzt ist einer der Tatverdächtigen identifiziert. Doch befragt werden kann er nicht.

Rentner aus Steglitz starb in Thailand

Anfang Oktober hatte die Polizei mit der Veröffentlichung eines neuen Phantombilds nach einem weiteren Tatverdächtigen zum Steglitzer Tunneleinbruch gesucht. Nun steht fest: Der mutmaßliche Tunnelbauer „Willi“ ist tot. Laut Polizei handelt es sich bei dem Mann um einen 75-jährigen Rentner aus Steglitz, der 2015 in Thailand starb. „Ob der Verstorbene tatsächlich etwas mit dem „Tunneleinbruch“ im Jahr 2013 zu tun hatte, ist nun Gegenstand der laufenden Ermittlungen“, hieß es von der Polizei. Die Suche nach dem zweiten Unbekannten, der seit dem Jahr 2013 mit einem Phantombild gesucht wird, dauert allerdings an.

Am 14. Januar 2013 war die Feuerwehr zu einem Brand in einer Tiefgarage in der Steglitzer Wrangelstraße gerufen worden. Gleichzeitig brannte es in der benachbarten Volksbank-Filiale. Erst später wurde klar, dass zwischen den Orten ein 45 Meter langer Tunnel gegraben und professionell wie im Bergbau gesichert worden war. Bis heute vermutet die Polizei, dass die Feuer gelegt wurden, um Spuren zu verwischen.

Täter mieteten Schließfach

Die Täter hatten zur Anmietung der Garage sowie eines Bankschließfachs Personaldokumente gefälscht und mit dem Foto eines unbeteiligten Studenten aus Nordrhein-Westfalen versehen. Damit mieteten sie sich ein Schließfach, um den Raum und dessen Beschaffenheit zu erkunden.

Wer Hinweise geben kann, wird gebeten, sich an die Polizei unter der Nummer 46 64 944 321 zu wenden. (BLZ)