Feuerwehrleute löschen einen schwarzen Audi in Britz. Die Polizei geht davon aus, dass es sich dabei um den Fluchtwagen der Bankräuber handelt.
Foto: Morris Pudwell

BerlinIn der Nacht zu Mittwoch haben die Bankräuber aus Wilmersdorf offenbar ihren Fluchtwagen in Brand gesetzt. Um ihre Spuren zu beseitigen, fuhren sie mit dem Auto bis an den Stadtrand. Gegen 1.20 Uhr hörten Anwohner einer Kleingartenanlage am Breitunger Weg in Britz einen Knall. Kurz darauf stiegen meterhohe Flammen in den Nachthimmel. Alarmierte Feuerwehrleute löschten den Brand. 

Für die Kriminaltechniker der Polizei dürfte es schwierig werden, irgendwelche brauchbaren Beweismittel zu sichern. Der Innenraum des schwarzen Audi S6 V10 Avant (435 PS, in 5,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h) brannte komplett aus. Das Fahrzeug war offenbar gezielt im Innenraum angezündet worden. „Es wird derzeit davon ausgegangen, dass es sich bei dem Audi um das Fluchtfahrzeug zu dem versuchten Überfall gestern Vormittag auf eine Bank am Bundesplatz handelt“, erklärte ein Polizeisprecher am Mittwochvormittag. Die Kennzeichen an dem Wagen sind laut Polizei gestohlen worden. Genauere Angaben zu dem Auto machte die Polizei nicht.

Zeugen hatten am Dienstag nach dem Überfall auf die Volksbank in Wilmersdorf berichtet, dass sie einen schwarzen Audi gesehen hätten, in den die flüchtigen Täter auf der Stadtautobahn eingestiegen waren. Kurz zuvor waren sie vom Innenhof der Bank über einen Zaun geklettert. Der Überfall wurde von einem Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma vereitelt, der gerade zufällig auf das Gelände fuhr.

Drei bis vier maskierte Räuber – Zeugenaussagen dazu weichen ab – waren zuvor mit einem weißen VW Pritschenwagen auf den Hof gefahren. Die Bande hatte einen langen Stahlträger auf der Ladefläche befestigt, der nach hinten etwa einen Meter herausragte. Mit diesem Rammbock fuhren sie rückwärts gegen die Fassade und durchstießen ein Fenster, durch das sie ins Innere der Bank einsteigen wollten.

Der eintreffende Wachmann der Firma Prosegur stellte sich mit seinem Pkw in den Weg, woraufhin die überraschten Räuber das Auto rammten und auf den Mann schossen. Projektile durchschlugen die Fensterscheibe des Autos, wobei der Sicherheitsmann in der Schulter getroffen wurde. Bei der anschließenden Flucht zündeten die Täter den Innenraum des Pritschenwagens (VW T4) an, um ihre Spuren zu verwischen. Mitarbeiter anliegender Geschäfte löschten die Flammen. Unklar ist, ob die Polizei brauchbare Spuren sichern konnte. Ermittler werten derzeit die Bilder der Überwachungskameras aus, die sich in dem Innenhof der Bank befinden.

Der Innenhof der Volksbank in Wilmersdorf: Die Räuber hatten auf der Ladefläche des Pritschenwagens (VW T4) einen Stahlträger befestigt, mit dem sie ein Fenster der Bank aufbrachen.
Foto: Eric Richard

Polizei ermittelt nach versuchtem Banküberfall auf Stadtautobahn

Die Polizei war am Mittwoch im Zusammenhang mit dem Überfall auch auf der Stadtautobahn auf Spurensuche. Wo genau sich der Einsatz abspiele und was die Beamten vor Ort machten, gab die Polizei nicht bekannt. Nach dpa-Informationen wurden Personenspürhunde eingesetzt, sogenannte Mantrailer.

Laut Tweets der Verkehrsinformationszentrale (VIZ) war die A100 zunächst in beiden Richtungen zwischen Wexstraße und Detmolder Straße gesperrt - dem Abschnitt nahe der Bankfiliale, von der die Täter geflohen waren. Der Verkehr staute sich demnach zeitweise bis zur Gradestraße. Die VIZ sprach zudem von einem weiteren betroffen Bereich: „Die Untersuchungen auf der A100 sind noch nicht abgeschlossen. Aktuell ist die Autobahn in Richtung Wedding zwischen Schmargendorf und Hohenzollerndamm gesperrt“, hieß es.

Zusammenhang mit anderen Überfällen nicht unwahrscheinlich

Einen Zusammenhang mit anderen Überfällen sei nicht unwahrscheinlich, heißt es aus Polizeikreisen. Sowohl beim versuchten Raub auf die Volksbank in der Detmolder Straße am Dienstag, als auch beim missglückten Überfall auf einen Geldboten am Freitag am Hermannplatz hatten Zeugen gesehen, wie vier Maskierte in einen schwarzen Audi geflüchtet waren.

Vor sieben Wochen waren ebenfalls vier maskierte Männer vor der Volksbank in der Detmolder Straße auf Beutezug gewesen. Sie schlugen wie jetzt am Dienstag kurz vor Öffnung der Bank zu. Nur dass sie einen Geldboten ausraubten. Das Quartett hatte dem Boten hinter einem geparkten Smart aufgelauert und mit Reizgas attackiert. Die Täter sollen einen Geldkoffer mit 500.000 Euro erbeutet haben, der mit einer Farbpatrone gesichert war.