Für den Schutz von US-Präsident Barack Obama ist die Innenstadt Berlins in eine Festung verwandelt worden. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sprach am Mittwoch von 5000 Beamten, die den Staatsgast beschützen würden.

Nach Informationen der Berliner Zeitung sind es jedoch rund 8200 Polizisten. Hinzu kommen zahlreiche Mitarbeiter des Bundeskriminalamtes und des Secret Service, der für den unmittelbaren Schutz des Präsidenten zuständig ist. Demnach machen derzeit rund 10.000 Polizisten Berlins Mitte zum sichersten Ort der Welt.

Allein am Mittwoch sind in der Spitze rund 2400 Polizisten im Einsatz, am Donnerstag bis zu 3500. Am Freitag, wenn Obama Berlin verlässt, sorgen noch einmal rund 2400 Beamte für den Schutz des Staatsgastes.

Aus eigener Kraft kann die Berliner Polizei den Schutz, die Absperrungen und die Sicherung der Wegstrecken des Gastes nicht leisten. Sie muss wegen des chronischen Personalmangels sogar ihre Alarm-Hundertschaften aktivieren. Diese bestehen aus Beamten, die dem Streifendienst in den Abschnitten entzogen wurden.

Deshalb haben bis auf das Saarland und Rheinland-Pfalz alle Bundesländer und auch die Bundespolizei Hundertschaften nach Berlin geschickt, um die hiesige Polizei zu unterstützen.

Die GdP nutzt dies für Kritik an Bezahlung und Ausstattung der Berliner Beamten: „Mal abgesehen von den gravierenden Besoldungsdifferenzen agieren hier auch Polizisten unterschiedlicher Ausstattungsklassen zusammen“, sagt GdP-Vorstand Stephan Kelm. „Die Einheiten, die uns hier unterstützen, zeigen uns gleich noch, was in Sachen Eigenschutz möglich ist. Das geht bei den Schutzwesten und Helmen los und endet bei der Bewaffnung.“