Barack Obama in Berlin: Anwohner im Regierungsviertel müssen Fenster geschlossen halten

Berlin - Das Regierungsviertel ist seit Montag eine Hochsicherheitszone. Anwohner der Wilhelmstraße wurden am Wochenende darüber informiert, dass sie von Mittwochmittag bis Freitagmittag die Fenster geschlossen halten müssen.

Außerdem wurden sie aufgefordert, die Wohnung nicht ohne Personalausweis zu verlassen sowie verdächtige Beobachtungen sofort der Polizei zu melden. Der Grund für die Aktion ist der Besuch des scheidenden US-Präsidenten Barack Obama.

Sie sei das von früheren Besuchen Obamas gewohnt, sagt Anwohnerin Christiane Lorich. Dabei sei es egal, ob der Gast im Ritz-Carlton oder im Adlon wohnt, so die Seniorin. Das stand am Sonntag nämlich noch nicht offiziell fest. In beiden Hotels übernachtete Obama bereits.

Zuletzt kam er 2013 im Ritz-Carlton unter. In beiden Häusern herrschte am Wochenende nach außen hin Gelassenheit. Daran zeige sich das professionelle Auftreten der Mitarbeiter, hieß es in beiden Gasthäusern.

Fest steht, dass Obama mit der Air Force One am Mittwoch am späten Nachmittag auf dem militärischen Teil des Flughafens Tegel landen wird. Die Anwohner der Avenue Jean Mermoz wurden, wie bei hochrangigen Besuchen üblich, von der Polizei angewiesen, ihre Mülltonnen mindestens 30 Meter von der Fahrbahn wegzuräumen. Welche Route der US-Gast mit seiner aus mehr als 40 Fahrzeugen bestehenden Kolonne in die Innenstadt nehmen wird, steht erst kurz vor der Landung fest.

Sichersten "Biester" der Welt stehen bereit

Erfahrungsgemäß werden die Limousinen des Präsidenten und dessen Begleitung Stunden vor der Landung des Präsidenten eintreffen. Sie werden mit Transportern der   US-Luftwaffe eingeflogen. Darunter  befinden sich auch mindestens zwei 1 000 PS starke Fahrzeuge mit dem Namen „Beast“ „Cadillac 1“ oder „USA 1“. Diese Limousine gilt als sicherstes Auto der Welt und wird bei jedem Besuch des Präsidenten voraus geflogen.

Bei der Kolonnenfahrt wissen nur wenige Vertraute, in welchem der beiden Fahrzeuge der Präsident sitzt. Das ist streng geheim und wird ständig geändert. Die Karossen bestehen aus Karbon. Sie haben eine eigene Sauerstoffversorgung, Blutkonserven und Gasmasken an Bord. Die Autos sind sieben Tonnen schwer und sieben Meter lang.

Das Sicherheitsglas ist mehr als zehn Zentimeter dick. Sprengmatten sollen Raketen-und Sprengstoffanschlägen widerstehen. Eine Multimedia-Anlage gestattet eine weltweite Kommunikation. Schaum schließt Einschüsse automatisch auch am Tank, so dass bei einem Treffer die Weiterfahrt gewährleistet ist.

Höchste Sicherheitsstufe

Dennoch gibt es keine 100-prozentige Sicherheit. So hatte einer der Fahrer bei einem Besuch von Obama in Israel Diesel statt Benzin getankt, so dass der Wagen auf der Autobahn liegen blieb.

Obama ist mit der höchsten Sicherheitsstufe bedacht. In der Gefährdungsbewertung heißt es, dass die Gäste als hochrangige Repräsentanten ihres Staates Gefährdungen durch extremistische oder fremdenfeindliche Täter ausgesetzt sind. Ebenfalls hoch sei das Gefährdungsrisiko durch irrational motiviert handelnde Personen.

Für die Sicherheit des Politikers innerhalb von Gebäuden ist das Bundeskriminalamt (BKA) zuständig. Es folgt zum großen Teil den Wünschen des Secret Service, der den Präsidenten in den USA und auf Weltreisen bewacht. Beamte der USA-Behörde sind bereits seit Tagen in der Stadt. Für den Schutz außerhalb von Gebäuden sowie der Route der Präsidenten-Kolonne ist die Berliner Polizei zuständig.