Berlin - Jedes Mädchen kennt sie und bis heute ist sie einer der Stars in deutschen Kinderzimmern. In mehr als fünf Dekaden hat sie sich oft verändert, ist ihrem Typ dabei immer treu geblieben und natürlich auch ihrem Ken: Barbie, die klapperdürre Freundin mit eingefrorenem Lächeln, die mit einem durch dick und dünn geht. Barbie, die in diesem Jahr auch schon langsam an den Vorruhestand denken könnte.

Die Puppe mit den deformierten Füßen wird dieses Jahr 54 Jahre alt. Jetzt kommt sie nach Berlin – am 26. März eröffnet auf mehr als 2 500 Quadratmetern „Barbie The Dreamhouse Experience“. Touristen und Berliner können dann ähnlich wie im Legoland Discovery Centre eine komplette Welt besuchen: ein pinkfarbenes Paralleluniversum, in dem alles in realer Größe begehbar ist, was aus dem Alltag der Blondine nicht wegzudenken ist – vom Schuhschrank bis zum begehbaren Kleiderschrank. Wer will, darf mit Barbie dann auch Kuchen backen und Schuhe aussuchen.

(Alb-)Träume werden wahr

Ein Standort für diese knallige (Alb-)Traumwelt könnte das Riesenrad-Areal am Zoo sein, genau wird das jedoch erst am 10. Februar festgelegt. Über Barbies Berliner Adresse soll letztlich ein Gewinnspiel entscheiden. „Es gibt noch zwei super Standorte in Charlottenburg und einen in Tempelhof“, sagt Thomas Lüdicke, Geschäftsführer der Entertainment-Firma EMS, die für die Berlinresidenz verantwortlich zeichnet.

Zwei Jahre dauerte die Planung und Vorbereitung des Projekts, da zunächst die Rechte des US-amerikanischen Spielwarenherstellers Mattel eingeholt werden mussten. Bereits 2003 gab es eine Ausstellung in Wien, auf der Versionen aus allen Dekaden vorgestellt wurden. Dort konnte man sich die Püppchen aber nur anschauen wie in jeder normalen Ausstellung – in Berlin dagegen soll man in Barbies Welt eintreten und richtig mitmischen können.

Bis zum Ende der Sommerferien wird „Barbie The Dreamhouse Experience“ in Berlin zu sehen sein. Anschließend folgen weitere Stationen in Deutschland: Hannover, Hamburg, Nürnberg und Köln. Doch bis dahin bleibt die blondeste aller Spielkameradinnen von Millionen Mädchen, die wahrscheinlich nie eine Schule besucht hat und ihrem ebenso wunderschönen Freund Ken seit gefühlten 1000 Jahren treu zur Seite steht, in Berlin. Einmalige Gelegenheit, dem seltsam aus der Zeit gefallenen Geschöpf, gänzlich unberührt von jeglicher feministischer Theorie, nun endlich auf Augenhöhe entgegenzutreten. Träume werden wahr.

Die männliche, im Zweifel doch nur obligatorische Begleitung, soll auch nicht zu kurz kommen. Die plastene Puppen-Sause ist hochtechnisch und interaktiv. In Barbies Welt interessiert sowas die Frauen wohl eher nicht. Bis zu 3 000 Besucher täglich werden erwartet, um das Leben des nur 30 Zentimeter großen Weltstars näher kennenzulernen. Ganz billig ist dies jedoch nicht, die Karten für „Barbie The Dreamhouse Experience“ kosten 12 Euro für Kinder und 15 Euro für Erwachsene. Von dem Geld gibt’s aber bestimmt ein Paar neue Schuhe.