Der wildlebende Wolf, der am Wochenende im Wildpark Johannismühle einen Damhirsch gerissen hatte, ist weitergezogen. Seine Spuren seien am Sonntagabend am Außenzaun des Geländes gefunden worden, sagte Geschäftsführer Julian Dorsch am Montag. In welche Richtung das Tier verschwunden sei, bleibe geheim, um mögliche Verfolger nicht zu ermutigen.

Nachdem Mitarbeiter des Parks am Samstagmorgen den toten Hirsch entdeckt hatten, war der Außenzaun des Parks offen geblieben, um dem Wolf den Rückzug zu ermöglichen. Der Besucherbetrieb des Parks war derweil normal weitergegangen. Die Tiere des Wildparks, zu denen auch sechs Wölfe in einem Gehege gehören, ziehen jedes Jahr zwischen 70.000 und 80.000 Besucher an.

Park rechnet mit weiteren Wolfs-Besuchen

Es sei das erste Mal, dass ein wildlebender Wolf in dem Park ein Tier angriffen habe, sagte Dorsch. Man rechne jedoch mit weiteren Besuchen von Isegrim: Der Park liege im Kerngebiet der Wölfe, deren junge Männchen derzeit auf Reviersuche seien, sagte Dorsch. Die Außengrenzen des Parks werden nun in Sonderschichten überprüft, der Zaun selbst soll verstärkt und mit Strom gesichert werden.
Wölfe, die seit 2000 wieder in Deutschland heimisch sind, werden seit Jahren zunehmend zum Zankapfel zwischen Naturschützern und Wolfsgegnern wie Landwirten. Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) hatte vergangene Woche eine „beschränkte Abschussfreigabe“ für die Tiere gefordert.

22 Wofsrudel leben in Brandenburg

In Brandenburg lebt mit 22 rund die Hälfte aller derzeit 46 bekannten Rudel. Vor einigen Wochen war in Rathenow ein Wolf an einer Kindertagesstätte gesichtet worden und danach wieder verschwunden. Das Brandenburger Agrarministerium erarbeitet derzeit einen Sieben-Punkte-Plan für ein besseres Wolfsmanagement und Herdenschutz. Im April sollen zwei Wolfsbeauftragte ihre Arbeit aufnehmen. (dpa)