Es werden noch Monate vergehen, bis der Bahnhof Friedrichstraße wieder so aussieht wie früher. Erst im Frühjahr 2016 sind alle Arbeiten beendet, alle Spuren beseitigt, sagte Projektleiter Thomas Hickisch von der Deutschen Bahn (DB) am Dienstag. Das Gebäude muss saniert werden – und das dauert lange, weil das Arbeitspensum größer ist als anfangs erwartet. Die Arbeiten werden auch immer teurer: Anfangs war von rund fünf Millionen die Rede – nun geht es um elf Millionen Euro.

Es geschah am 13. Dezember 2012. Plötzlich stürzten 25 Kilo Beton aus dem Bahnsteigbereich am Gleis 4 durch die Rigipsdecke in die Halle. Zum Glück wurde niemand verletzt. Doch die täglich 210 000 Bahnhofsnutzer müssen die Folgen bis heute ausbaden. Zwischen den Bauzäunen, unter geöffneten Decken, bleibt nur wenig Platz. Seit Ende August sind auch die S-Bahnen voller als sonst. Sie ersetzen die Regionalzüge, die den Bahnhof nicht mehr anfahren.

Anfangs hatte die Bahn gehofft, dass sich das Pensum in Grenzen hält. Doch längst ist klar: Alle 244 Lager, auf denen die beiden Bahnsteige des Regionalverkehrs ruhen, müssen umgebaut werden. Als das Gebäude in den 1990er-Jahren saniert werden sollte, sind sie „nicht richtig konstruiert worden“, sagte Hickisch. Die Stahlteile bedeuten für den Beton, auf dem sie ruhen, eine hohe Punktbelastung, Verschärft wird dies dadurch, dass die Konstruktionen bei Zugfahrten in Schwingungen geraten. Auf Dauer hält der Beton das nicht aus.

Jetzt werden die Lager so ergänzt, dass der Druck stärker verteilt wird. Ein Drittel der Arbeit ist geschafft. Auch die Brandschutztechnik wird erneuert. Dabei gibt es öfter Überraschungen. So wurden Holzverkleidungen entdeckt, die heute nicht mehr zulässig sind.

Züge halten ab November wieder

Die Arbeiten kommen gut voran, berichtete der DB-Konzernbevollmächtige Alexander Kaczmarek. So kann der Regionalverkehr vom 2. November an wie früher auf den Gleisen 3 und 4 halten. Der zweite Bahnsteig wird zum 23. November fertig. Kaczmarek bekräftigte, dass mit den Regionalexpresszügen auch der Fernverkehr Anfang November auf die Ost-West-Strecke im Zentrum zurückkehren wird.

Die für den Verkehr wichtigen Arbeiten im Bahnhof Friedrichstraße enden 2015. Doch für die Fahrgäste in der Halle ist erst im Frühjahr wieder alles beim Alten.