Berlin - Ferienzeit ist Bauzeit – doch in diesem Sommer kommt es für die Autofahrer besonders heftig. Denn der Senat beginnt am kommenden Montag mit umfangreichen Instandsetzungs- und Sanierungsarbeiten am Autobahndreieck Funkturm, dort werden auch die Fahrbahnen erneuert. Betroffen ist die Fahrtrichtung Nord ab der Anschlussstelle Kurfürstendamm sowie die Überfahrt von der Avus (A 115) zur Stadtautobahn. Die Verkehrslenkung Berlin und der Senat beschönigen nichts: Trotz weniger Verkehr in der Ferienzeit wird es auf den Autobahnen und auf den Straßen in der City West Staus geben.

Das Dreieck Funkturm ist mit 185.000 Fahrzeugen täglich der verkehrsreichste Autobahnabschnitt Europas. Wie Verkehrsstaatssekretär Christian Gaebler (SPD) am Donnerstag sagte, haben ermüdete Asphaltschichten und die geschädigte Abdichtung der Autobahnbrücke in der Vergangenheit immer wieder zu unvorhersehbaren Notreparaturen geführt. Und damit zu nicht planbaren Verkehrsbelastungen für die Berliner.

Das soll sich nun ändern: Die Sanierungsarbeiten werden in zwei Bauphasen stattfinden, weil bei einer kompletten Sperrung der Autobahn der Verkehr in der City West zusammenbrechen würde. So wird ab kommendem Montag in Phase 1 der Verkehr auf der Stadtautobahn für gut vier Wochen auf zwei Fahrstreifen eingeengt. Zusätzlich ist die Überfahrt von der Avus zur A 100 gesperrt.

Ganz ohne Staus wird es nicht gehen

Eine Umleitungsstrecke wird über Messedamm, Königin-Elisabeth-Straße und Knobelsdorffstraße zur Anschlussstelle Kaiserdamm führen. Auf dieser Strecke wurden von der Verkehrslenkung zehn Ampeln neu programmiert, um den Stau in Grenzen zu halten. Zudem werden Autofahrer schon auf dem Autobahnring A 10 in Brandenburg über die Baumaßnahme informiert. Stauwarnanlagen werden auf der Avus im Bereich des Dreiecks Zehlendorf montiert. Zusätzlich installiert die Verkehrslenkung rings um das Dreieck Funkturm vier Kameras, um die Staus zu beobachten und gegebenenfalls Ampelschaltungen anzupassen.

„Beide Bauphasen sind problematisch, wir werden sie nicht staufrei abwickeln können“, sagt Daniel Schmohl, Bauingenieur in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Zwar ist beim Bauabschnitt 2, für den vier Wochen bis zum 7. August veranschlagt sind, der Zubringer von der Avus wieder frei und die Umleitungsstrecke aufgehoben. Auf der Stadtautobahn steht dann allerdings nur eine der drei Fahrspuren zur Verfügung. Die Zufahrt von der Halenseestraße auf die Stadtautobahn bleibt wie in Phase 1 gesperrt.

Gearbeitet wird im Zwei-Schicht-Betrieb, bei Bedarf auch nachts. Die Bauleute hoffen, ein paar Tage schneller zu sein und die Arbeiten noch vor der Rückreisewelle am letzten Ferienwochenende abschließen zu können. Anreiz dafür bietet eine Bonus-Malus-Regelung: Pro Tag, den die Arbeiten eher fertig sind, gibt es für die Baufirma einen Bonus von 10 000 Euro. Dauern die Arbeiten länger, sind nach den Vorgaben des Bundes etwa 4.000 Euro Strafzahlung pro Tag fällig. Eine ähnliche Regelung wurde schon bei der Sanierung der Avus praktiziert: Die Arbeiten konnten durch gutes Wetter und perfekte Koordination elf Monate eher im November 2012 abgeschlossen werden, die Firma strich eine Million Euro zusätzlich ein, zugleich sparte der Bund aber auch 3,6 Millionen Euro an Baukosten.

Insgesamt ist die Baustelle etwa 1,5 Kilometer lang. Vier Brücken, darunter die über die Ringbahntrasse der S-Bahn, werden saniert und insbesondere die Abdichtungen erneuert. Auch die gesamte Fahrbahn der A 100 erhält in diesem Bereich auf rund 12.000 Quadratmetern Fläche einen neuen Belag – Autolärm soll so verringert werden.