Die City West boomt. Nach der Fertigstellung des Hochhauses Zoofenster und dem Bikinihaus kommen die Arbeiten am Hotelturm Upper West am Breitscheidplatz voran. Im Frühjahr 2017 soll er eröffnen. Und schon sind die nächsten Projekte geplant.

Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) sagte am Montag, dass das ehemalige Telekom-Gebäude am Ernst-Reuter-Platz 6 abgerissen und durch ein Hochhaus ersetzt werden darf. Dieses könne so hoch werden wie das denkmalgeschützte Telefunken-Hochhaus auf der gegenüberliegenden Straße, das 80 Meter hoch ist. Diese Höhe dürfe der Neubau aber nicht überragen. Mit der Entscheidung löst der Senator ein Dauer-Problem. Denn das Bürohaus an der Ecke zur Bismarckstraße steht seit Jahren leer.

 

Geisel kündigt Masterplan an

Der Stadtentwicklungssenator kündigte an, einen Masterplan für die City West erarbeiten zu wollen. Darin sollen die Projekte in einen Zusammenhang gestellt werden.

Am Bahnhof Zoo soll laut Geisel ein weiteres Problem gelöst werden. Dort liegt seit Jahren ein rund 13.000 Quadratmeter großes Areal brach. Ursprünglich sollte dort ein 175 Meter hohes Aussichtsrad errichtet werden. Der neue Eigentümer des Grundstücks, die Reiß und Co Real Estate aus München, habe sich in der vergangenen Woche bereit erklärt, ein gemischtes Quartier auf der Fläche zu errichten, sagte Geisel.

Neben Büros und einem Tagungshotel wolle der Investor 400 Wohnungen bauen. Sie sollen nach dem kooperativen Berliner Baulandmodell entstehen. Das bedeutet, dass 25 Prozent der Wohnungen als Sozialwohnungen errichtet werden. Die Büros sind wegen der Nähe zur Technischen Universität (TU) für hochschulnahe Unternehmen gedacht.

Außerdem sind Wohnungen für Studenten geplant. Damit fügt sich die Neugestaltung in die geplante Erweiterung der TU Richtung Osten und die Öffnung des Universitätscampus an der Hertzallee zum Ernst-Reuter-Platz.

Busbahnhof soll verlegt werden

Nach dem gültigen Bebauungsplan ist auf der Brachfläche am Zoo aber nur der Bau eines Aussichtsrades möglich. Der Plan soll deswegen überarbeitet werden. Das will die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung übernehmen, da das Areal in Teilen zu Mitte und zu Charlottenburg-Wilmersdorf gehört.

Eine Schwierigkeit bestehe darin, dass der Busbahnhof der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) vom jetzigen Standort an der Hertzallee Richtung Bahntrasse verlegt werden müsse, sagte Geisel. Das soll über einen Grundstückstausch geregelt werden. Geisel sagte, eigentlich hätte das Land Berlin das Riesenrad-Areal gerne selbst erworben. Der Münchner Investor sei aber schneller gewesen.

Auf Nachfrage räumte er ein, dass das Land Berlin ein Vorkaufsrecht auf das Grundstück hatte, davon aber unter dem früheren Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos, für die SPD) keinen Gebrauch machte. So konnte der Privat-Investor das Grundstück erwerben. Praktisch jeder Eigentümer in der City West denke derzeit darüber nach, sein Grundstück zu verdichten, also stärker zu bebauen, sagte Geisel. Dazu gehöre auch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), die zwischen Fasanenstraße und Hertzallee residiert. Die Bima verwaltet die bundeseigenen Immobilien und beabsichtigt laut Geisel, ihre 1200 Berliner Mitarbeiter an der Hertzallee zusammenzuziehen. Dort sei auch eine Hochhausbebauung möglich, so der Senator. Eine Geste der Freundlichkeit des Senats gegenüber dem Bund, mit dem man sich sonst gehörig zofft.

Zum Bürohaus Kant-Dreieck, das wegen eines überdimensionalen Segels auf dem Dach bekannt ist, sagte Geisel, dass er sich dort sehr gut eine Aufstockung von 54 auf 72 Meter vorstellen könne. Die Pläne dafür gibt es schon lange. Sie sind jedoch bisher daran gescheitert, dass der Eigentümer bei der Aufstockung nicht auf die Werbung auf dem Segel verzichten wollte, was der Bezirk gefordert hat.

Denkmalpfleger lehnen Abriss ab

Über den künftigen Masterplan soll auch eine Lösung für das Hutmacher-Haus am Hardenbergplatz gefunden werden. Der Eigentümer, die Bayerische Bau und Immobiliengruppe, möchte das denkmalgeschützte Gebäude gerne abreißen und durch einen Neubau ersetzen. Die Denkmalpfleger lehnen einen Abriss aber bisher ab.

Die Arbeitsgemeinschaft (AG) City, in der die Geschäftsleute der City-West zusammengeschlossen sind, reagierte positiv auf Geisels Vorschläge. Wenn es gute Ideen wie einen Masterplan gebe, stehe die AG City voll dahinter, sagte AG-City-Vorstandschef Klaus-Jürgen Meier.