Berlin - Nach der Evakuierung von Häusern an einer Baugrube in Köpenick Anfang der Woche reicht der für die Baugrube zuständige Bauherr nun die Schuld weiter. „Es handelt sich um menschliches Versagen der Baufirma und der eingesetzten Bauarbeiter“, sagte Stefan Schepers, Geschäftsführer des Grundstückseigentümers Köpenick4You, am Donnerstag. Die Räumung der angrenzenden Wohnhäuser durch die Behörden bezeichnete er zudem als unnötig. „Ich ärgere mich schwarz, dass dort so ein Zirkus veranstaltet wurde“, sagte Schepers.

330 Personen hatten am Sonntag nahe der Pohlestraße in Köpenick ihre Wohnungen verlassen und sich für die kommenden Nächte bei Freunden, Verwandten oder in Hotels einquartieren müssen. Grund für die Evakuierung waren zwei offenbar einsturzgefährdete Häuser an der Baugrube. Der Köpenicker Bürgermeister Oliver Igel (SPD) warf dem Bauunternehmen daraufhin Pfusch vor.

Nun wehrte sich der Eigentümer, der in der Pohlestraße 9 Eigentumswohnungen errichten will, gegen die bisherigen Darstellungen. Schuld an den Rissen in den Nachbargebäuden sei nicht das Wasser in der Baugrube gewesen, sagte Schepers, sondern eine sogenannte Verschalung aus Holzbrettern, die Bauarbeiter eigenmächtig entfernt hätten. Der Geschäftsführer attackierte zudem das Bezirksamt, das keine schnelle Beseitigung der Schäden zulasse. „Würde man uns machen lassen, könnten die Bewohner nächste oder übernächste Woche in ihre Häuser zurück“, sagte Schepers am Donnerstag.