Berlin - Die Friedrichswerdersche Kirche in Mitte wird als Ausstellungsort der Staatlichen Museen zu Berlin in diesem Jahr voraussichtlich nicht mehr eröffnen. Die Kirche, die als eines der bedeutendsten historischen Bauwerke in Berlin gilt, musste im September 2012 für Besucher der Skulpturenausstellung gesperrt werden. Putz war dort von der Decke abgeplatzt, auch wurden Brüche im Boden sowie Risse im Mauerwerk festgestellt.

Die Ursache dafür steht auch fünf Monate nach dem Schaden nicht fest, es gibt aber einen Zusammenhang mit der benachbarten Baustelle: Dort errichtet das Unternehmen Bauwert nur wenige Meter neben der Kirche das Luxus-Wohnprojekt Kronprinzengärten mit Stadthäusern, 32 Wohnungen sowie einem Atelier- und Galeriehaus. Die Baugrube ist bereits ausgehoben.

Nach Informationen der Berliner Zeitung wurden dabei aber Fehler gemacht. So sollen die Berechnungen zur Lastenverteilung nicht gestimmt haben, so dass der Baugrund nachgegeben hat. Die Bauaufsicht Mitte hatte daher für einen 20 Meter breiten Bereich an der Kirche einen Baustopp verhängt. Henning Hausmann, Investmentchef der Bauwert, will sich zur Schadensursache nicht äußern. „Wir sind in Abstimmungen mit der evangelischen Kirche und den Staatlichen Museen auf einem sehr guten Weg, eine Lösung zu finden, dass die Bauarbeiten weitergehen können und die Kirche gesichert wird“, sagt er.

Inzwischen wurden an der Kirche zusätzliche Messstellen installiert. „Sie zeichnen auch Temperatur und Zeit auf, um die Bewegungen, die im Mauerwerk der Kirche stattfinden, besser zuordnen zu können“, sagt der Tragwerksplaner Manfred Hügelland. Er war bei der Sanierung der Kirche von 1982 bis 1987 zur 750-Jahr-Feier Berlins der verantwortliche Statiker. Nach seinen Angaben gab es schon damals Risse in den Gewölbedecken.

Laut Hausmann wird der Bau der Kronprinzengärten im Frühjahr wieder aufgenommen. Mit Verspätung von einigen Monaten soll das 85 Millionen Euro teure Luxusprojekt nun Ende 2014 fertig werden.