Berlin - Die Hartnäckigkeit von Tausenden Moabitern scheint sich jetzt auszuzahlen. Sie haben protestiert und demonstriert, als im Jahr 2002 das Sommerbad im Poststadion von den Berliner Bäderbetrieben (BBB) geschlossen wurde, weil eine Sanierung zu teuer war. Zehn Jahre blieb ihre Forderung nach einem neuen Schwimmbecken unerfüllt. Ab dem kommenden Jahr könnte sich das ändern: Neben dem Stadtbad Tiergarten soll ein 25 Meter langes und 12,5 Meter breites Außenbecken neu gebaut werden.

Geheime Verhandlungen

Über die Planung will derzeit niemand öffentlich reden, am liebsten möchten die Beteiligten das Vorhaben sogar geheim halten. Aus Angst davor, das mühsam verhandelte Projekt könnte doch noch wie schon vor gut einem Jahr scheitern, als der BBB-Aufsichtsrat seine Zustimmung verweigerte. Nach Informationen der Berliner Zeitung wird die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung für den Bau des neuen Edelstahlbeckens in den Jahren 2013 und 2014 insgesamt 1,6 Millionen Euro zur Verfügung stellen, finanziert aus dem Programm Stadtumbau West.

Das Schwimmbecken soll von den Bäderbetrieben bewirtschaftet werden. Sie betreiben schon das angrenzende Hallenbad mit 50-Meter-Bahnen, Nichtschwimmerbereich und Drei-Meter-Sprungbecken. Am kommenden Montag tagt der BBB-Aufsichtsrat, auf der Sitzung soll eine Entscheidung zu dem Projekt fallen.

Dabei ist der Senat bemüht, das Risiko für die Bäderbetriebe klein zu halten. So soll das Becken dem Vermögen des Bezirks Mitte zugerechnet werden. Zugleich erklärt sich der Bezirk bereit, für „schlechte Sommer“ und damit geringere Einnahmen eine Risikoabschirmung von 20.000 Euro zu übernehmen. Eine Vereinbarung dazu soll nächste Woche verhandelt werden. Wie es heißt, liege den Bäderbetrieben inzwischen zum Betrieb von Hallenbad und Außenbecken eine positive Wirtschaftlichkeitsberechnung vor.

In die Erneuerung des gesamten Sportparks am Poststadion haben Senat und Bezirk in den vergangenen Jahren mehrere Millionen Euro investiert. So wurde im Hauptstadion das denkmalgeschützte Tribünengebäude restauriert und die Arena für bis zu 10.000 Zuschauer hergerichtet. Hauptnutzer ist der Fußball-Regionalligist Berliner AK (4. Liga). Wie Ulrich Schmidt, der Chef des Sportamtes, sagt, wird ab 2013 das Casino im Tribünengebäude ausgebaut.

Auch die Eingänge zum Sportpark, etwa an der Lehrter Straße, werden neu gestaltet. Zudem investieren auch Firmen und Vereine: So ist anstelle des ehemaligen Sommerbades unter dem Namen Vabali Spa eine Wellnessanlage geplant. Wie Geschäftsführer Stephan Theune sagt, soll im kommenden Frühjahr Baubeginn sein. Und der Deutsche Alpenverein errichtet auf einem Grundstück an der Lehrter Straße für 2,1 Millionen Euro eine Kletterhalle. Die 15 Meter hohen Kletterwände sollen wettkampftauglich sein.