Berlin - Kleine Bauprojekte, große Wirkung: In Berlin sollen weitere S-Bahnhöfe mit zusätzlichen Zugängen ausgestattet werden – damit die Fahrgäste keine Umwege mehr laufen müssen. Jetzt hat die Deutsche Bahn (DB) ihre Pläne bekannt gegeben. Allerdings müssen sich die Bahnnutzer noch lang gedulden, bis ihre Station besser zugänglich ist.

„Unser Ziel ist, den Nahverkehr kontinuierlich attraktiver zu machen. Dafür sind kurze Wege und Zugänge zu den Stationen ein Mittel“, sagte ein Bahnsprecher. „In Berlin gibt es durchaus Verbesserungspotenzial. Dazu sind wir im engen Austausch mit dem Senat.“

Knotenpunkt auf der grünen Wiese

In jedem Fall müsse die Finanzierung geregelt und Baurecht geschaffen werden – und das dauert. Einige Projekte seien aber so weit gediehen, dass nun an der Umsetzungsplanung gearbeitet wird. So soll 2017 damit begonnen werden, die S-Bahnhöfe Alt-Reinickendorf und Eichborndamm jeweils mit einem zweiten Zugang zu versehen. Geplante Eröffnung: Ende 2017. Im selben Jahr will die Bahn damit anfangen, die Fußgängerbrücke am S-Bahnhof Marzahn zum Wiesenburger Weg zu verlängern. Diese Wegverkürzung soll 2018 fertig werden.

Auf gutem Weg sei auch das Projekt, den S-Bahnhof Prenzlauer Allee mit einem zweiten Zugang auszustatten – einer Brücke, die auf die Grundstücke Kanzowstraße 13 und Ahlbecker Straße 6 führt. Das Land hatte den Bau bei der DB bestellt. „Die Kosten betragen nach derzeitigem Stand 2,1 Millionen Euro“, sagte Derk Ehlert von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Im Herbst 2017 könnten die Arbeiten beginnen, 2019 wäre die Fertigstellung möglich – wenn das Planfeststellungsverfahren weiterhin problemlos verläuft. Auch in diesem Fall werden viele Jahre vergangen sein, bis der neue Zugang endlich fertig wird. Erste Forderungen, ihn zu bauen, gab es vor über 20 Jahren.

Ein weiteres Uraltprojekt steht ebenfalls auf der Bau-Liste: In Charlottenburg erhält der S-Bahnhof Westend einen zweiten Zugang – eine Brücke mit Treppe ins Wohngebiet. Der Bau soll 2017 beginnen, die Fertigstellung ist für 2018 geplant.

Langfristig soll Berlin auch zwei neue Bahnhöfe bekommen. Dort, wo die Strecke der S-Bahn-Linie S 25 in Reinickendorf die Holzhauser Straße überspannt, soll 2024 die Station Borsigwalde öffnen. Im Nordosten Berlins, auf der grünen Wiese, entsteht ab 2019 ein großer Umsteigebahnhof – mit Zugängen von allen Wohnvierteln im Umkreis. Das Karower Kreuz bekommt drei Regionalbahnsteige, einen S-Bahnsteig sowie einen Bahnsteig, an dem sowohl Regional- als auch S-Bahn-Züge halten können. Allerdings ist auch hier viel Geduld gefragt: 2022 soll der neue Bahnhof fertig sein.