Die Baupläne von Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) für ein neues großes Stadtquartier im Pankower Ortsteil Blankenburg mit bis zu 10.600 Wohnungen werden auch in ihrer Partei kritisiert. Pankows Bezirksbürgermeister Sören Benn (Linke) sagte: „Das Volumen der Wohnungsbaupotenziale insgesamt wie im Besonderen jene auf der Anlage Blankenburg betrachten wir mit Skepsis.“

Am Wochenende hatten Politiker und Stadtplaner den Bewohnern erstmals die Entwürfe für ein neues Stadtquartier auf einer 70 Hektar großen Fläche zwischen Blankenburg und Heinersdorf vorgestellt. Früher gab es dort Rieselfelder, der Boden gehört dem Land Berlin. Eine „Gartenstadt des 21. Jahrhunderts“ soll ab 2025 entstehen, mit viel Grün, Läden, Kitas, Schulen und einer Straßenbahnlinie M2 bis zum S-Bahnhof Blankenburg. War bisher von bis zu 6000 Wohnungen die Rede, sieht eine erweitere Planungsvariante nun sogar bis zu 10.600 Wohnungen für 20.000 Bewohner auf einer Fläche von 420 Hektar vor. Dafür würden Kleingärtner ihre Parzellen verlieren.

Am 5. Mai wird bei einer Bürgerwerkstatt diskutiert

Viele Anwohner sind von der neuen Dimension der Senatspläne überrascht. „Das schließt das Bezirksamt mit ein“, sagte Benn. „Wir bleiben bei unserer Überzeugung, dass jeweils nur so viel Wohnungsbau realisiert werden kann, wie verkehrlich, infrastrukturell, städtebaulich und umweltverträglich integrierbar ist.“ Benn sagte weiter: „Eine positive Vision für den Stadtraum insgesamt, die über Baumassen hinausgehe, muss erst noch entwickelt werden.“ Die Pläne des Senats stünden längst nicht fest. „Die Karten liegen auf dem Tisch. Nichts ist entschieden.“

Senatorin Lompscher sagte am Montag, sie könne den Unmut der Anwohner verstehen. Sie verweist auf eine Bürgerwerkstatt am 5.Mai. Dort wird über die Baupläne diskutiert.