Der Winter ist vorbei, die Baustellensaison kann beginnen. Neben vielen kleineren Baustellen wird in diesem Jahr ein Großprojekt den Verkehr besonders stark behindern: Am Autobahndreieck Funkturm stehen Sanierungsarbeiten an.

Nach Informationen der Berliner Zeitung soll auf der A 100 in Richtung Norden, die zu den am stärksten belasteten Autobahnen Deutschlands gehört, im Sommer sechs Wochen lang nur ein Fahrstreifen offen bleiben. Das Brückenbauwerk, auf dem die Autofahrer von der Avus zur A 100 nach Norden gelangen, soll sogar vollständig gesperrt werden – drei Wochen lang.

Am ICC trifft die Avus auf die A 100, auf der Tag für Tag je nach Abschnitt im Durchschnitt bis zu 186 000 Fahrzeuge unterwegs sind. Auf dem Stadtring ist es schon unter halbwegs normalen Bedingungen voll. In zweieinhalb Monaten dürfte es dort noch voller werden, weil sich der Verkehr am Dreieck Funkturm auf noch weniger Platz zusammendrängen muss. Ein Teil des Knotenpunktes muss erneuert werden.

„Wir müssen am Dreieck Funkturm dringend den Asphalt erneuern, Brückenbauwerke abdichten und Beton sanieren“, sagte Daniela Augenstein, Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. „Das ist nicht möglich, ohne dass jemand gestört wird.“ Die Verwaltung bemühe sich aber darum, die Auswirkungen zu verringern: „So werden diese Arbeiten im Wesentlichen während der Sommerferien stattfinden“ – die am 20. Juni beginnen.

Belohnung für schnelles Arbeiten

Außerdem bekommt die Baufirma eine Belohnung, wenn sie früher fertig wird, so Augenstein. „Einen solchen Anreiz hat es schon bei der Avus-Sanierung gegeben.“ Mit Erfolg: Dort wurde die Baustelle elf Monate früher als geplant geräumt – wozu aber auch sehr günstige Wetterverhältnisse beigetragen haben.

- Liste der Baumaßnahmen im Jahr 2013 (PDF-Dokument)

Auch wenn während der Ferien auf der A 100 weniger los ist als sonst, wird es spürbare Einschränkungen geben. Autofahrer aus Potsdam und dem Südwesten müssen sich auf Umwege einstellen. „Wichtig ist, dass es ein praktikables Umfahrungskonzept gibt“, sagte Jörg Becker vom ADAC. Einen weiteren Aufschub der Sanierung hielt er nicht für möglich. „Auf der Verbindung von der Avus zur A 100 gibt es bereits Löcher in der Fahrbahn.“

Becker begrüßte auch, dass die Bezirke damit beginnen, Straßenschäden auszubessern, von denen es nach dem Frost viele gibt. „Wir haben mit den Bezirken abgestimmt, welche Straßen in diesem Jahr saniert werden“, sagte Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) der Berliner Zeitung. Die Listen liegen nun vor und werden abgearbeitet.

In Mitte werden 15 Projekte aus dem Senats-Sonderprogramm zur Straßenunterhaltung finanziert. Gesamtvolumen: fast 2,6 Millionen Euro. Die größten Vorhaben sind auf der Chausseestraße, der Osloer Straße in Wedding sowie auf der Luisen- und der Scheidemannstraße im Regierungsviertel vorgesehen.

Auf dem Kudamm wird gebaut

In Pankow stehen 25 Sanierungsprojekte auf der Liste, die aus dem Sonderprogramm mit mehr als 2,9 Millionen Euro gefördert werden. Erneuert werden unter anderem Teile der Greifswalder, Ostsee-, der Flora- und Romain-Rolland-Straße. In Treptow-Köpenick werden elf Straßen für 2,48 Millionen Euro saniert – zum Beispiel Alt-Müggelheim und die Johannisthaler Chaussee. In Charlottenburg-Wilmersdorf, wo der Senat 2,58 Millionen Euro investiert, entstehen die größten Baustellen auf dem Spandauer und dem Kurfürstendamm.

Für Friedrichshain-Kreuzberg umfasst die Liste fünf Vorhaben für fast 1,2 Millionen Euro. Saniert werden unter anderem Teilstücke der Karl-Marx-Allee, des Tempelhofer Ufers und des Kottbusser Damms.

Wie berichtet stehen aus dem Senats-Sonderprogramm in diesem Jahr nicht nur die üblichen 25 Millionen Euro zur Verfügung, sondern insgesamt 37 Millionen Euro. Müller: „Die zwölf Millionen Euro, die 2012 nicht verbaut werden konnten, durften übertragen werden.“