Am künftigen Hauptstadtflughafen BER scheint es, ersten Befürchtungen zum Trotz, vorerst eine Teilentwarnung zu geben. Das mit zu schweren Ventilatoren ausgerüstete Dach des Terminals sei nicht einsturzgefährdet und könne demnächst wieder für Bauarbeiten freigegeben werden, sagte der Baustaatssekretär Engelbert Lütke Daldrup (SPD) am Donnerstag im Abgeordnetenhaus – in Vertretung des Aufsichtsratschefs Michael Müller (SPD), der als Regierender Bürgermeister an der Runde der Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin zum Thema Flüchtlinge teilnahm.

Die Statik des Daches sei überprüft und für verlässlich befunden worden, so Lütke Daldrup. Zuvor hatte die Komplettsperrung des Terminals für Aufregung gesorgt, weil bisher unklar war, wie lange sie die nötigen Bauarbeiten und letztlich auch den Zeitplan für die Eröffnung verzögern würde.

Ventilatoren doppelt so schwer als erlaubt

Dieses Problem scheint jedoch, weitere Überraschungen vorbehalten, nicht zu bestehen. Lütke Daldrup sagte, in „ein bis vier Wochen“ könne das Terminal für Bauarbeiten wieder freigegeben werden. Zuständig ist dafür die Bauaufsicht des Landkreises Dahme-Spreewald, die am vorigen Montag das gesamte Terminal sperren ließ. „An den fünf schweren Ventilatoren sind allerdings wohl dann noch einige Nacharbeiten erforderlich“, sagte Lütke Daldrup der Berliner Zeitung. Es gehe um „Nachbesserungen in der Dachaufhängung“.

Die Geräte, die zur berüchtigten dysfunktionalen Rauchgasanlage gehören, waren 2012 eingebaut worden – und mit mehr als vier Tonnen Gewicht doppelt so schwer wie geplant und statisch erlaubt. Dennoch scheinen aus heutiger Sicht nachträgliche Verstärkungen zu genügen, um die Statik wieder in Ordnung zu bringen.

Lütke Daldrup wollte sich nicht endgültig festlegen, ob die Dachproblematik, die erst vor ein paar Tagen überraschend aufkam, nicht doch noch zu gravierenden Bauverzögerungen führen könne. „Bei einem so komplexen Bauvorhaben ist niemand vor weiteren Problemen gefeit.“ Zwischen der mutmaßlichen baulichen Fertigstellung (im Sommer 2016) und der Eröffnung (im Spätherbst 2017) liege ein Puffer von 12 bis 18 Monaten etwa für Betriebstests. „Das scheint aus heutiger Sicht eine auskömmliche Zeit zu sein“, sagte Lütke Daldrup.