Die Proteste haben offenbar gewirkt. Nachdem sich Mieter der Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) gegen Pläne zum Bau von Wohnhäusern in begrünten Höfen und auf Freiflächen in Friedrichshain gewehrt haben, hat die WBM ihr Konzept verändert. Statt der bisher geplanten 37 Wohnhäuser zieht die WBM jetzt nur noch den Bau von 20 Häusern in Betracht. Das geht aus einer Mitteilung der WBM an ihre Mieter hervor, die in dieser Woche verteilt werden soll.

So sollen zwischen Karl-Marx-Allee, Lebuser- und Palisadenstraße (K-M-A-Karree) nur noch vier statt sieben Häuser entstehen. „Fakt ist: Wir brauchen dringend neuen, bezahlbaren Wohnraum“, heißt es in der Information der WBM an ihre Mieter, die von den Geschäftsführern Christina Geib und Lars Ernst unterzeichnet ist. Die WBM sei sich im Klaren, dass die Ergänzungsbauten „Veränderungen in der Wohnsituation nach sich ziehen und von allen Beteiligten Kompromisse erfordern“.

Die WBM sei aber überzeugt, „attraktive Lösungen zu finden“. Geplant ist der Bau von 20 sogenanten Punkthäusern. Dabei handelt es sich um zehngeschossige Gebäude mit einer Grundfläche von 18 mal 18 Meter. Insgesamt sind 720 Wohnungen geplant.

Die WBM steht unter Druck. Sie soll bis Ende 2016 mit dem Bau von rund 1 000 Wohnungen beginnen. Komplett unbebaute Grundstücke stehen ihr aber nicht zur Verfügung. Deswegen sollen bestehende Wohngebiete verdichtet werden. Fünf Häuser sind auf Grundstücken des Bezirks geplant.

Ob alle 20 Häuser errichtet werden, ist unklar. Zurzeit werden laut WBM Bauvoranfragen an den Bezirk in die Wege geleitet – um zu klären, ob der Bau rechtlich möglich ist. Für jeden Standort sollen Gutachten, unter anderem zur Verschattung und Luftzirkulation, in Auftrag gegeben werden.

Die WBM erhält für ihre Pläne Unterstützung von Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD). Dass viele Menschen zentral oder zentrumsnah wohnen wollen, sei verständlich, sagte er. Die guten Möglichkeiten, die sich in Mitte zur Nachverdichtung bieten, nutze die WBM umsichtig, so der Senator.