Die Plattenbauten an der Wilhelmstraße in Mitte sollen erhalten bleiben und künftig unter besonderem Schutz stehen. Mögliche bauliche Ergänzungen und Verdichtungen dürfen dieses Stadtensemble nicht zerstören. Das Bezirksamt Mitte hat nun beschlossen, dies alles in einer sogenannten Erhaltungsverordnung festzulegen.

In der Vergangenheit war immer wieder gefordert worden, die zwischen 1987 und 1992 entstandenen Bauten in bester Lage unweit des Brandenburger Tores abzureißen. „Es sind schon ganz besondere Bauten“, sagte nun Carsten Spallek (CDU), der Baustadtrat von Mitte. So steht es nun auch im Beschluss des Bezirksamtes: „Im Vergleich zu anderen Bauten des industriellen Wohnungsbaus der DDR ist hier eine relativ starke Differenzierung in der Gestaltung durch besondere Details und zusätzliche Elemente erkennbar.“ Die mäandernden Baublöcke würden eine Komposition von Raumfolgen erkennen lassen. Spallek selbst erinnern die auskragenden Blöcke an Hundeknochen. Zu DDR-Zeiten wohnte hier etwa Eiskunstläuferin Katarina Witt.

Allerdings bleibt nicht das gesamte Ensemble erhalten. Die Gebäude in der Wilhelmstraße 56 bis 59 sollen bereits ab November abgerissen werden, teilte Spallek mit. Das geschieht an der östlichen Straßenhälfte der Wilhelmstraße zwischen Behrenstraße und Französischer Straße, dort war auch lange Zeit ein Steakhouse unterbracht. Die letzten verbliebenen Mieter hätten nun gute Abfinden erhalten und Ersatzwohnungen angeboten bekommen, hieß es.

Anstelle der Plattenbauten sollen dort bis Sommer 2018 165?Wohnungen im gehobenen Standard entstehen. Die Rede ist von 20?Euro Kaltmiete pro Quadratmeter. Die Fassade soll nach Entwürfen des Architektenbüros Patzschke und Schwebel im Art-déco-Stil gehalten sein. Das Grundstück gehört einer österreichischen Familie, Bauherr ist die Mundial AG.