Berlin - Die Hirtenstraße in Berlin-Mitte hat so gar nichts Glamouröses. Das soll sich erst noch ändern. Auch deshalb kam am Donnerstagabend ins Haus mit der Nummer 4 eine gewisse Pamela Anderson. Die ewige Baywatch-Blondine zierte im neuen Club-Restaurant The Grand, das mit seiner unendlichen Eröffnungsgeschichte (schon zweimal wurden die Premierengäste ein- und dann wieder ausgeladen) gerade den Begriff Fehlstart neu definiert, die Vorstellung eines Sanddornlikörs. Und weil Likör nach Omas Rommérunde und Sanddorn langweilig (wenn auch vitaminhaltig) klingt, haben sich die Marketingstrategen eine Geschichte einfallen lassen.

Die handelt vom schwedischen Schmuggler Carl Petter Andersson, der angeblich 1889 mit seinem Boot Andalö in schwere See geriet, wobei sich der Schmuggelalkohol mit dem Sanddornsaft vermischte, den Herr Andersson immer zur Stärkung dabei hatte. Klingt nach Marketing-Prosa. Wie auch der Kniff, mit dem die Verbindung zu Pamela Anderson, der es im The Grand zu hell war und die deshalb Scheinwerfer ausknipsen ließ, hergestellt wurde. Wegen ihres ähnlichen Namens wurde sie zur „entfernten Verwandten“ des Schmugglers erklärt. Wenn sich das bis zur US-Einwanderungsbehörde herumspricht, könnte sie bei ihrer nächsten Einreise ganz besonders viel Spaß haben.

Fußball - das Yoga des Westens

Es dauert 14 Minuten, dann geht es um den Holocaust. Eigentlich wollte Robert Thurman, 71, nur über Buddhismus und Yoga sprechen, über Tibet und seine Freundschaft zum Dalai Lama. Doch dann spricht er über Schuld und Sühne europäischer Staaten. Und über die deutsche Vergangenheit, schließlich ist er gerade in Berlin. Robert Thurman, Vater der US-Schauspielerin Uma Thurman, leitet am Samstag das Seminar „Der tibetische Weg zur Erleuchtung – Yoga der Weisheit und des Mitgefühls“.

In sieben Stunden will der Guru die wahre Bedeutung von Yoga lehren. „Der eigentliche Sinn ist es, sich zu verbinden, zu irgendetwas“, sagt er. Es gehe um einen inneren Gemeinsinn; Fußball, das sei eigentlich das wahre Yoga des Westens. Das sagt immerhin einer, der fünf Jahre in einem tibetischen Kloster meditiert hat.

Der „Berliner Maitre 2009“ Vedad Hadziabdic kommt vom Sterne-Restaurant „Friedrich Wilhelm“ im Potsdamer Hotel Bayerisches Haus wieder zurück in die Hauptstadt: Den 43-Jährigen zieht es ins Super-Luxushotel Waldorf Astoria am Bahnhof Zoo. Das soll im Juli öffnen, der gebürtige Bosnier wird im Restaurant „Les Solistes by Pierre Gagnaire“ Maitre und Sommelier. Der Belgier Roel Lintermanns ist dort Chefkoch, der mit elf Michelin-Sternen dekorierte Pierre Gagnaire aus Paris zeichnet für Konzept und Menügestaltung verantwortlich.