Für die Bebauung des letzten freien Grundstücks am Leipziger Platz liegt nach Jahren des Stillstands endlich ein Architekturentwurf vor  – doch die Begleitumstände bringen Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) in Erklärungsnot. Der Grund: Entgegen dem gültigen Bebauungsplan muss der Investor, die F 100 Investment AG mit Sitz in Luxemburg, nicht auf 20 Prozent der Flächen Wohnungen errichten, sondern darf stattdessen sehr viel lukrativere Büros bauen. Alle anderen Bauherrn hatten sich zuvor an die Vorgabe zum Bau der Wohnungen  halten müssen.

Der Stadtentwicklungssenator begründete die Befreiung von der Pflicht zum Wohnungsbau am Mittwoch damit, dass es sich um ein „sehr kleines Grundstück“ handele, das „von beiden Seiten besonders verlärmt“ sei. Die anderen Eigentümer am Leipziger Platz hätten ihre Wohnungen zu ruhigen Innenhöfen errichten können und dadurch wenigstens eine ruhige Seite. Die Ziele des Bebauungsplans zur Errichtung von Wohnungen würden auf dem letzten Grundstück am Leipziger Platz 18/19 mit dem Anspruch kollidieren, gesunde Wohn- und Lebensverhältnisse zu schaffen. In Anbetracht der Tatsache, dass es mit dem Haus gelinge, die Bebauung des Leipziger Platzes abzuschließen, habe man entschieden, eine Befreiung von der Pflicht zum Wohnungsbau auszusprechen, sagte Geisel. Damit gelinge es zudem, die jahrelange Nutzung des Grundstücks durch eine Werbeplane zu beenden.

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