Sie haben es geschafft: Die Macher der Kulturstätte Jonny Knüppel auf der Lohmühleninsel haben von Spendern genug Geld gesammelt, um ihr Projekt mit Baumaßnahmen vor der Schließung zu retten. Die Crowdfunding-Kampagne endete in der Nacht zu Donnerstag bei einem Stand von 69.851 Euro. Rund 2000 Menschen leisteten einen Beitrag.

„Das Ergebnis ist total großartig und bedeutet, dass wir wieder hoffen können“, sagt Jakob Turtur, der eine Art Steuermann der unhierarchisch aufgebauten Künstlertruppe hinter dem Jonny Knüppel ist. Er und die anderen haben auf der Brache einer vormaligen Autowerkstatt in den vergangenen zwei Jahren einen Ort geschaffen, der gleichzeitig Club, Werkstatt, Theater, Kino, Konzertsaal und offene Bühne ist.

Mit dem Geld sollen nun Lärm- und Brandschutzauflagen umgesetzt werden, die der wild gewachsene Club nach einem Kabelbrand im vergangenen Sommer auferlegt bekam. Im hinteren Teil des Geländes wächst gerade schon eine Brandschutzmauer, im Innenbereich sollen Handwerker unter anderem eine Stahlbetondecke ziehen. Auch eine neue Heizungsanlage sowie ein besseres Stromnetz und Wasserleitungssystem sollen entstehen.

„Wir warten stündlich auf den genehmigten Baubescheid“, erzählt Turtur. „Ich schätze, wir können im April anfangen zu bauen und brauchen dann drei Monate." Viele Schritte erledigen die Architekten, Psychologen, Musiker und Unternehmer aus dem Jonny-Knüppel-Kollektiv in Eigenregie. Das spürt deutlich, wer das Clubareal neben einer Zementfabrik betritt. Im Außenbereich türmen sich Bretter, Autoreifen, Regenschirme, Tierfiguren und Discokugeln zu kunstvollen Schrottskulpturen.

„Ich glaube, für viele Unterstützer hat Jonny Knüppel Symbolcharakter“, sagt Turtur. „Wir sind naiv, wir sind chaotisch, wir sind enthusiastisch. Wir sind das Gefühl, was Menschen meinen, wenn sie von Berlin schwärmen.“ Trotz der Unterstützung ist der Traum von der Insel abseits der Verwertungslogik weiter gefährdet: Denn ein neuer Mietvertrag steht aus. Ob der Eigentümer des Grundstücks ihn auf länger als zwei Jahre anlegt, gilt als fraglich.