Beeinträchtigungen am Wochenende: S-Bahn-Chaos durch Stromausfall

Berlin - Diesmal war es  kein politisch motivierter Anschlag, teilte die Bundespolizei mit: Ein technischer Defekt hat heute Morgen zu erheblichen Störungen des S-Bahn-Betriebs geführt. Weil ein Transformator ausgefallen war, fiel die Stromversorgung der Stellwerkstechnik rund um das Ostkreuz immer wieder aus.  Betroffen waren zwischen 6 und 7.30 Uhr die Strecken Ostkreuz-Warschauer Straße und Ostkreuz-Treptower Park, sagte ein Bahnsprecher. Dort sprangen die Signale immer wieder auf Rot. Das führte auf den Linien der Stadtbahn (S 3, S 5, S 75) und der Ringbahn (S 41, S 42, S 8, S 9) zu Verspätungen. „Inzwischen konnten die Probleme behoben werden. Es wird aber noch eine Zeitlang dauern, bis sich der S-Bahn-Verkehr wieder vollkommen normalisiert hat“, sagte der Sprecher am Mittag.

Weitere Verkehrsbeeinträchtigungen

Die Fahrgäste auf den Nordsüd-Linien der S-Bahn sollten sich jetzt schon auf seit Längerem geplante Verkehrsbeeinträchtigungen einstellen. Am kommenden Wochenende bündelt die Deutsche Bahn seit Längerem geplante Baumaßnahmen im Nordsüd-Tunnel zu einem „Baumarathon“, teilte das Unternehmen mit. Um den Reisenden zwölf abendliche Einzelsperrungen zu ersparen, gibt es nun eine 54-stündige Vollsperrung zwischen Gesundbrunnen und Anhalter Bahnhof. Von Freitag, 22 Uhr, bis Montag, 1.30 Uhr, fallen alle S-Bahnen auf diesem Abschnitt aus. Die S 1 verkehrt nur Wannsee-Anhalter Bahnhof und Gesundbrunnen-Oranienburg, die S 2 Blankenfelde-Yorckstraße und Pankow-Bernau sowie die S 25 Teltow  Stadt-Südkreuz und Wedding-Gesundbrunnen-Hennigsdorf. Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen wird nicht eingerichtet, weil die Busse auf der Friedrichstraße im Stau stecken bleiben würden. Zwei Ringbuslinien ab Gesundbrunnen und Anhalter Bahnhof sorgen teilweise für Ersatz.

Nicht akzeptable Verlängerungen der Reisezeit

Die Fahrgäste müssen also mehrmals zusätzlich umsteigen und sich auf erhebliche Reisezeitverlängerungen einstellen, die sich nach Berechnungen des Verkehrsclub Deutscvhlands (VCD) teilweise auf mehr als 20 Minuten summieren. „Das ist mehr, als wir für akzeptabel halten“, sagte Stefan Kohte vom VCD. Fahrgäste werden auf die U-PeBahn-Linie 6 verwiesen, die aber aus dem Norden nur alle 20 Minuten mit der S 25 direkt erreichbar ist. Eine Verlängerung der S 2 ebenfalls zum Bahnhof Wedding habe die S-Bahn wegen der Personalengpässe abgelehnt. Der VDC hatte die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) aufgefordert, den Fünf-Minuten-Takt auf der U 6 auszudehnen. „Dazu sieht sie sich aber nicht in der Lage“, kritisierte Kohte.