Bereits im April war die Polizei bei einer Beerdigung im Großeinsatz.
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BerlinDie Polizei stellt sich auf einen weiteren Großeinsatz ein. An diesem Freitag soll auf dem Zwölf-Apostel-Friedhof in Schöneberg die Mutter des bekannten Clanchefs Arafat Abou-Chaker beerdigt werden. Unklar ist, wie viele Trauergäste sich auf dem Friedhof an der Kolonnenstraße einfinden werden. Die Polizei kündigte an, entsprechend zahlreich präsent zu sein, um die Corona-Regeln durchzusetzen.

Bereits am Mittwoch gab es eine Trauerfeier für die Abou-Chakers Mutter. Bei der Veranstaltung im Islamischen Kulturzentrum in Neukölln zeigte die Polizei bereits massive Präsenz. Die Beamten achteten auf die Einhaltung der Corona-Hygieneregeln. Nach Angaben der Polizei gab es keine Auffälligkeiten.

Vier Kinder der gestorbenen Frau müssen sich derzeit vor dem Berliner Landgericht verantworten. Dem 44-jährigen Arafat werden Straftaten zum Nachteil des Rappers Bushido vorgeworfen. Drei Brüder des 44-Jährigen sind als Gehilfen oder Mittäter angeklagt.

Am Montag hatte die Verteidigung beantragt, die Verhandlung zu unterbrechen. Das Gericht gab dem statt, ohne den Inhalt mitzuteilen. Am Rande des Prozesses sagte eine Gerichtssprecherin, der Mutter der Angeklagten gehe es sehr schlecht. Wenig später starb sie. Der Prozess sollte am 30. September fortgesetzt werden.

Bei Clan-Beerdigungen kommen meist viele Trauergäste zusammen. Im April wurde die Mutter des Oberhauptes des bekannten Remmo-Clans auf dem Zwölf-Apostel-Friedhof beerdigt. Es kamen laut Polizei etwas mehr als einhundert Trauergäste. 250 Polizisten waren im Einsatz, um die Corona-Regeln durchzusetzen.

Im September 2018 allerdings erschienen auf dem Friedhof etwa 2000 Gäste zur Beisetzung des erschossenen Nidal R. Dieser war am Rande des Tempelhofer Feldes erschossen worden. Die Polizei war mit mehreren Hundertschaften, einer Hundestaffel und mehreren Verkehrskommandos vor Ort. Zur Beisetzung eingefunden hatten sich Clanchefs aus dem gesamten Bundesgebiet.