Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit wurde der frühere DDR-Devisenbeschaffer Alexander Schalck-Golodkowski am Donnerstag auf dem Auferstehungs-Friedhof in Weißensee beigesetzt. Der einstige SED-Wirtschaftsfunktionär und Chef der Abteilung Kommerzielle Koordinierung (KoKo) war 82-jährig am 21. Juni in Bayern gestorben.

Rund 150 Trauergäste nahmen in Weißensee Abschied von Schalck-Golodkowski – die Familie, Freunde und frühere Weggefährten. Dabei waren auch der ehemalige DDR-Staats- und Parteichef Egon Krenz und einer der Söhne von Franz Josef Strauß.

Die Trauerfeier fand jedoch nicht in der Kapelle statt, weil sie seit mehreren Wochen saniert wird, sondern in einer Holzbaracke, erzählt Trauerredner Horst Höft am Freitag. Er habe in seiner Rede deshalb auch davon gesprochen, dass man improvisieren müsse. „Der Tote war selber ein Meister darin und hätte bestimmt Verständnis“.

Denn Schalck-Golodkowski war in der DDR der Mann, der mit seinen Geschäften die Devisen für die Aufrechterhaltung der sozialistischen Wirtschaft, aber auch für die SED-Führungsspitze beschaffte. Ab 1966 baute er die KoKo als Abteilung des Ministeriums für Außenhandel auf, später gehörten zu dem geheimen und verzweigten Imperium bis zu 200 Firmen, die meisten davon im westlichen Ausland wie der Bundesrepublik. Bekannt wurde der gebürtige Berliner, als er 1983 mit dem damaligen CSU-Chef Franz Josef Strauß einen Milliardenkredit für die DDR aushandelte.

Das Geschäft in D-Mark bewahrte das Land damals vor dem Staatsbankrott. Neben dem legalen Handel der KoKo gehörten aber auch illegale Geschäfte dazu, etwa mit Waffen, Antiquitäten, Schmuck und Edelmetallen. Im Dezember 1989 suchte Schalck-Golodkowski – in Todesangst, wie er damals sagte – in West-Berlin Schutz vor seinen Ex-Genossen und stellte sich den Behörden. Danach siedelte er ins oberbayerische Rottach-Egern am Tegernsee über. Mitte der 1990er-Jahre wurde er wegen illegaler Waffengeschäfte und Embargovergehen zu Bewährungsstrafen verurteilt. Er habe nach der Wende den einen Teil des Landes verlassen, weil er sich im anderen sicherer fühlte, sagte Trauerredner Höft.