Durch die Nacht mit dem Taxi. 
Foto:  imago images/Jürgen Ritter

Berlin - Meistens fahre ich nachts Taxi. Fast immer läuft Popmusik und wenn nicht gerade so ein wimmernder Gangster-Rapper singt, einer von denen, die immer klingen, als sei ihre Nase zugeklemmt, freue ich mich. Nirgends lässt es sich schöner in Liedern von früher schwelgen als im Taxi. Und es sind immer Lieder von früher. Man steigt in ein Taxi, hat die Zieladresse geklärt, der Fahrer drückt am Radio rum und wusch, fährt man in die 90er. Vor dem Fenster irrlichtert die Stadt und drinnen im Taxi tanzen die Gedanken an Klammerblues auf Kellerpartys, Telefonieren im Flur an einer geringelten Schnur und stundenlangen Treffen mit besten Freundinnen, bei denen es um nichts ging außer ums Treffen. Die Stadt zieht sich zurück auf diesen Fahrten, überlässt wohlerzogen der Vergangenheit das Feld, anderen Städten, anderen Zeiten.

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