Parkplätze fielen weg, die Fahrbahn wurde schmaler. Sitzbänke und Poller reklamieren den frei gewordenen Platz für Fußgänger. Berlins erste Begegnungszone, die in der Maaßenstraße in Schöneberg entstanden ist, ist auf unterschiedliche Reaktionen gestoßen. 800.000 Euro Steuergeld seien verpulvert, die Flächen mit Mobiliar zugerümpelt worden, lautet die Kritik. Doch es gibt auch „positive Resonanz“, heißt es in einem Bericht, den die Senatsverkehrsverwaltung jüngst dem Hauptausschuss vorgelegt hat. Eine offizielle Vorher-Nachher-Untersuchung, die darin erstmals vorgestellt wird, listet die Effekte auf.

Fußgänger kommen schneller über die Straße

Es wurden „viele, aber nicht alle Ziele“ erreicht, heißt in der Studie des Büros LK Argus. Zu den positiven Wirkungen zählen die Gutachter vor allem, dass in der Maaßenstraße mehr Menschen zu Fuß gehen als bisher: Die Zahl sei um rund 30 Prozent gestiegen. Die Umgestaltung, die Fußgängern („Zufußgehenden“) zusätzliche Querungsmöglichkeiten beschert hat, habe sich auch anders ausgewirkt. „Das Queren ist einfacher geworden“, hieß es. Die durchschnittliche Wartezeit für Fußgänger, bevor sie über die Fahrbahn gehen können, sei um drei Sekunden gesunken. Insgesamt queren heute sechs Prozent mehr Fußgänger die Maaßenstraße als früher.

Dafür nahm der Kraftfahrzeugverkehr ab, um rund ein Drittel. Zudem werde nun langsamer gefahren und weniger gerast. Die mittlere Fahrgeschwindigkeit ging um sechs Kilometer pro Stunde zurück, so die Gutachter. „Der Anteil der Fahrzeuge, die schneller als 30 Kilometer pro Stunde fahren, ist von 47 Prozent vor dem Umbau auf neun Prozent gesunken.“ Trotzdem werde der Autoverkehr nicht behindert. Weil er nun gleichmäßiger fließe, sei die Zeit, die man für die Durchfahrung des Straßenabschnitts braucht, „nahezu gleich geblieben“.

Trotz der positiven Bewertung wird die Gestaltung der Maaßenstraße im ersten Halbjahr noch einmal einer Bürgerbeteiligung unterworfen, so der Senat. Umplanungen sollen dann im Sommer 2018 stattfinden, 2019 folgen Umbauten.