Die Berichte über die Zustände auf dem Flughafen Tegel zu Beginn der Osterferien lesen sich dramatisch: „Eingang zur Sicherheitskontrolle am Flughafen Tegel heute umkämpft wie einziges Wasserloch in der Wüste. Gesetzlose Zone, der Dreistere siegt“, schrieb am Freitag etwa eine junge Frau auf Twitter.

Und weiter: „Sehe nette, höfliche Menschen weinend zurückbleiben, verzweifeln, nie ankommen.“ Der aus dem Libanon stammende Journalist Joey Ayoub berichtete aus dem Gewühl: „Hunderte auf engstem Raum, zwei, drei Mitarbeiter und Kämpfe: Tegel gewinnt den zweifelhaften Titel, schlechter als Beirut zu sein.“ Andere empfahlen in den sozialen Netzwerken, mindestens drei Stunden vor dem Abflug am Flughafen zu sein, andernfalls komme man nicht rechtzeitig durch die Sicherheitskontrollen.

Einem Bericht des Portals T-Online zufolge verpassten zu Beginn der Osterferien zahlreiche Reisende ihren Flug, weil sie nicht rechtzeitig zum Gate gelangten. Dieses Schicksal ereilte auch den Bundestagsabgeordneten Fabio De Masi, der nach Luxemburg fliegen wollte. Der Linken-Politiker sprach in seiner Twitter-Nachricht von „Osterchaos“, es werde zu wenig Personal für das erhöhte Fluggastaufkommen eingesetzt. Er bemängelte: „Es gibt keine Priorisierung an der Sicherheitskontrolle für zeitnahe Flüge & Schlange durch den ganzen Flughafen.“

FBB empfielt, mindestens zwei Stunden früher da zu sein

Zu den offenbar chaotischen Zuständen zumindest am Flughafen in Tegel war am Sonntag keine Stellungnahme der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) zu erhalten. Einer Pressemitteilung zufolge war man sich aber im Klaren darüber, dass zu Ferienbeginn mit einem erhöhten Passagieraufkommen zu rechnen ist: Mehr als 2200 Flüge mit mehr als 240.000 Passagieren erwarteten die Betreiber am ersten Ferienwochenende.

Noch stärker würden die Flughäfen am eigentlichen Osterwochenende genutzt: Bis zu 400.000 Fluggäste erwarte man zwischen Karfreitag und Ostermontag. Insgesamt rechnet die Flughafengesellschaft in den beiden Ferienwochen mit mehr als 1,3 Millionen Passagieren. Das seien etwa 20 Prozent mehr als im Vorjahr mit 1,1 Millionen Fluggästen. Die FBB empfiehlt, mindestens zwei Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein. (ost.)