Berlin - Die Mieter von 517 Sozialwohnungen an der Friedrichstraße in Kreuzberg können aufatmen. Ihre Häuser werden nicht an ein privates Unternehmen verkauft, sondern von der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Gewobag übernommen. Das geht aus einer Information der Gewobag vom Mittwochvormittag hervor. Das Unternehmen teilt darin mit, dass es sich im Bieterverfahren um die beiden Wohnblöcke durchgesetzt habe. „Die Beurkundung wird zeitnah erfolgen“, heißt es in der Mitteilung. Verkäufer sind zwei Kölner Fondsgesellschaften. Die Mieter hatten zuvor befürchtet, dass sie bei einem Verkauf an einen privaten Eigentümer durch steigende Mieten verdrängt werden. Am vergangenen Freitag machten sie bei einer Demonstration auf ihre Lage aufmerksam.

Sicherung von 500 Wohnungen mit dauerhaft bezahlbaren Mieten

Gewobag-Chef Markus Terboven zeigte sich am Mittwoch zufrieden: „Dank unserer engen und sehr guten Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Finanzen und der Berliner Immobilien Management GmbH gelingt es uns wieder gemeinsam, die Wohnungen in landeseigenen Bestand zu führen“, sagte er. Und der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) erklärte: „Mit diesem weiteren Ankauf sichert die Gewobag in mehr als 500 Wohnungen mitten in Berlin dauerhaft bezahlbare Mieten und nimmt vielen Bewohnerinnen und Bewohnern die Sorge vor Verdrängung.“ Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) sagte, der Kauf sei im Sinne des Landes Berlin und im Interesse der Mieter. Berlin hätte als mögliche Alternative die Ausübung eines vertraglichen Vorkaufsrechts gehabt. Der Baustadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg Florian Schmidt (Grüne) hatte in der Endphase des Bieterverfahrens vor dem Verkauf der Wohnungen an einen privaten Erwerber gewarnt - und zugleich darauf hingewiesen, das Vorkaufsrecht zu prüfen.

Zu der Wohnanlage an der Friedrichstraße 226 und 225 gehören neben den 517 Wohnungen noch 19 Gewerbeeinheiten. Im Jahr 2015 wurde die gesamte Anlage, die nach einem Entwurf des Architekten Werner Düttmann entstand, unter Denkmalschutz gestellt. Die Gewobag erhöht die Zahl ihrer Wohnungen im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg wird dem Erwerb auf knapp 6000 Wohnungen.