Bei Gefahr im Straßenverkehr: Polizei will Hochzeitskonvois sofort stoppen

Berlin/Düsseldorf - Laut hupende Auto-Konvois von Hochzeitsgesellschaften entwickeln sich nach Einschätzung der Polizei zu einem gefährlichen Trend. Betroffen von ihm sind besonders die Bundesländer Berlin und Nordrhein-Westfalen. Die Sicherheit im Straßenverkehr werde durch diese Verhaltensweisen beeinträchtigt oder gefährdet, antwortete die Senatsinnenverwaltung auf eine CDU-Anfrage. Seit einiger Zeit fallen diese Konvois von türkisch- oder arabischstämmigen Hochzeitsgesellschaften, bei denen auch mal Schreckschüsse in die Luft abgefeuert werden, nicht nur in Berlin auf. Im Ruhrgebiet wurden mehrfach ganze Autobahnen von Teilnehmern blockiert.

Senat und Polizei schrieben, es sei bekannt, dass teure Limousinen oder Sportwagen für diesen Tag genutzt oder gemietet werden. „Es ist nach polizeilichen Erfahrungen heutzutage nicht unüblich, im Rahmen von Hochzeitskonvois diese Fahrzeuge zu nutzen, um durch ständiges Hupen, Missbrauch der Warnblinkanlage und/oder laute Musik aufzufallen.”

Bei Behinderungen oder Gefährdungen schreite die Polizei konsequent ein. Verstöße würden entsprechend verfolgt und die Hochzeitskonvois überprüft. „Sollten diese Maßnahmen nicht ausreichend sein, wird - auch unter Einbeziehung weiterer Dienstkräfte - der Konvoi aufgelöst und eine normengerechte Einzelfahrt angeordnet.” Häufig käme die alarmierte Polizei aber auch zu spät und könne nichts mehr feststellen.

In den vergangenen vier Wochen etwa 110 Einsätze wegen ausufernder Hochzeitsfeiern in NRW

In Nordrhein-Westfalen ist die Polizei wegen dieser ausufernden Hochzeitsfeiern in den vergangenen vier Wochen etwa 110 Mal ausgerückt. Das sagte ein Sprecher des NRW-Innenministeriums am Montag auf Anfrage. Meist, aber nicht in allen Fällen, sei es dabei um Eingriffe in den Straßenverkehr gegangen.

Nach 30 Einsätzen am vorletzten Wochenende seien am vergangenen noch einmal 10 dazugekommen. Bei den Polizeieinsätzen seien auch schon Führerscheine und Autos sichergestellt worden, erklärte das Innenministerium.

„Autobahnen sind keine Festsäle”, hatte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) Mitte April gesagt. Besonderes Aufsehen hatte ein Vorfall auf der Autobahn 3 bei Ratingen erregt, bei dem mehrere Luxuskarossen vor den Augen der Polizei die komplette Fahrbahn blockierten. (dpa)