Ein 29-jähriger Mann hat in einem Regionalexpress vor einer jungen Frau masturbiert. Die 19-Jährige ruft um Hilfe, aber der Mann entkommt. Auf der Polizeiwache, sie ist dort um Anzeige zu erstatten, sieht die Frau ihn wieder: Er war ohne Fahrschein in einem anderen Zug unterwegs.

Mann steigt unbehelligt aus

Sonnabend, mittags, gegen 12.30 Uhr: Eine 19-jährige Frau sitzt im Regionalexpress RE 2. Zwischen Ludwigslust und Bad Wilsnack setzt sich ein 29-jähriger Mann auf die gegenüberliegende Sitzbank. Er beginnt sofort zu masturbieren. Dazu macht er obszöne Geräusche, zwinkert der Frau zu.

Die 19-Jährige schreit um Hilfe, macht auf ihre Situation aufmerksam und sucht den Zugbegleiter. Inzwischen erreicht der Zug den Bahnhof Wittenberge, wo der Mann unbehelligt aussteigt.

Die Frau fährt weiter bis zum Berliner Hauptbahnhof und will bei der Bundespolizei Anzeige erstatten. Auf der Wache kommt plötzlich der Mann aus dem Zug zur Tür herein - im Griff von zwei Bundespolizisten.

Der 29-Jährige war in Wittenberge in einen EC-Zug nach Berlin eingestiegen und bei einer Kontrolle ohne Fahrschein erwischt worden. Eine an Bord befindliche Streife der Bundespolizei bringt ihn zur Identifizierung und zur Anzeigenaufnahme wegen Erschleichen von Leistungen ins Revier.

Haftbefehl erlassen

Die junge Frau erkennt ihn sofort wieder, nun wird auch ein Strafverfahren wegen exhibitionistischer Handlungen gegen ihn eingeleitet.

Am Sonntag folgt die Haftvorführung im Amtsgericht Neuruppin, die Richterin erlässt Haftbefehl. Der Mann mit libanesischer Staatsbürgerschaft, der sich bis 2017 in Skandinavien und Dänemark aufhielt, ist unerlaubt in Deutschland. (red.)