Nach dem Vorbild von Friedrichshain-Kreuzberg und Tempelhof-Schöneberg hat nun auch der Bezirk Pankow erstmal sein Vorkaufsrecht genutzt.

Das Wohnhaus an der Belforter Straße 16 in Prenzlauer Berg übernimmt das landeseigene Wohnungsunternehmen Gewobag. Dem Verkäufer sei ein Bescheid zugestellt worden, sagte Bezirksstadtrat Vollrad Kuhn (Grüne). Das Grundstück liegt im sozialen Erhaltungsgebiet Kollwitzplatz – einem von rund 40 Schutzgebieten in Berlin. Dort gelten für Investoren strenge Richtlinien: So ist die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen genehmigungspflichtig und nur unter bestimmten Voraussetzungen zulässig.

In einer Abwendungsvereinbarung kann sich ein Immobilienkäufer dazu verpflichten, solche Sanierungen zu unterlassen oder die Mieten nicht zu erhöhen. Andernfalls hat der Bezirk ein Vorkaufsrecht. Der Investor hat diese Abwendungsvereinbarung ausgeschlagen. Im Bezirk heißt es, die Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt stelle auch in Pankow ein großes Problem dar. Investoren aus aller Welt legen ihr Geld in Grundstücke und Immobilien an. In der Folge steigen Grundstückspreise und Mieten in einem für die Mieter bedrohlichen Maße.