Der BER-Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hält am geplanten Eröffnungstermin des neuen Hauptstadtflughafens im Oktober 2020 fest, obwohl die Arbeiten an Brandmeldeanlage und Kabeln nicht laufen wie erhofft. „Wir haben dort noch nicht den Progress, den wir uns eigentlich wünschen“, sagte er am Freitagabend nach einer Sitzung des Aufsichtsrats. Auch TÜV-Experten und Termincontroller sähen diese beiden Themen kritisch.

Der Flughafen soll nach mehreren geplatzten Terminen in zwei Jahren in Betrieb gehen. Die Flughafengesellschaft will im Mai oder Juni 2019 so weit sein, dass alle Anlagen umfassend geprüft werden können. „Die Controller sind da etwas vorsichtiger“, sagte Lütke Daldrup. Sie gingen davon aus, dass die sogenannte Wirk-Prinzip-Prüfung erst im August oder September beginnen könne. Auch dann schaffe man aber noch den Eröffnungstermin, sagte Lütke Daldrup. Auf der Baustelle müsse weiter hart gearbeitet werden, an Wochenenden und im Mehrschichtbetrieb. „Aber wir haben die Baustelle im Griff.“

Mehrkosten von 25 Millionen Euro

Die Entrauchungssteuerung sei nun fertig programmiert, die Sprinkler sollen im Februar oder März fertig sein, sagte Lütke Daldrup am Freitag. Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider hält ebenfalls am Eröffnungstermin fest – „auch wenn nicht alle Zwischenziele eingehalten werden konnten“, wie er mitteilte.

Nach seinen Angaben ist auch die Finanzierung bis zur Eröffnung gesichert. Geld, das eigentlich für den Ausbau des Flughafens vorgesehen war, soll umgeschichtet werden und in die Fertigstellung fließen.

Teurer wird der Lärmschutz für die Anwohner. Die Flughafengesellschaft muss nach einem Gerichtsurteil vom Sommer Schallschutz auch für Wohnküchen, niedrige Räume und Wintergärten finanzieren. Lütke Daldrup bezifferte die Mehrkosten nun auf etwa 25 Millionen Euro.

Immer neue Pannen-Nachrichten

In den vergangenen Wochen waren die Nachrichten über den Zustand der Dauerbaustelle nicht abgerissen. Nach Recherchen des RBB soll Lütke Daldrup angeregt haben, dass das Land Brandenburg die Kontrollauflagen in den Bauvorschriften ändern könnte. Dadurch würde die Überprüfung schneller gehen und die Mängelliste kleiner.

Vergangene Woche wurde dann bekannt, dass mehrere Kabelschächte schon seit Jahren unter Wasser stehen. Die Panne wurde erst jetzt öffentlich. Sebastian Czaja, Fraktionsvorsitzender der Berliner FDP, sagte, dass der Flughafenchef die Öffentlichkeit belogen habe und die Wasserprobleme der Südbahn bereits seit 2012 hinreichend bekannt gewesen seien. (dpa, BLZ)