Martin Delius von den Piraten brachte von seinem Rundgang durch den neuen Flughafen BER eine gute Nachricht mit. „Im Terminal ist es warm, und es ist hell beleuchtet“, sagte der Vorsitzende des Untersuchungsausschusses zum Flughafen-Debakel am Freitag. Und Jutta Matuschek von der Linken zeigte stolz einen Fahrschein, den sie im verwaisten Flughafenbahnhof am Automaten gekauft und an einem ebenfalls bereits funktionierenden Entwerter abgestempelt hatte. Vieles auf dem BER ist fertig, lautete das Fazit des Ausschusses. Doch hinter den Kulissen gibt es weiterhin massive Probleme.

Vor allem bei der Brandschutzanlage, wie Abgeordnete aller Fraktionen berichteten. „Sie ist nicht funktionsfähig, weil noch vieles fehlt“, sagte Jutta Matuschek. Hauptmanko sei, dass die Kommunikation innerhalb des Systems nicht klappt, so Martin Delius.

Das gesamte Fluggast-Terminal sei noch immer nicht vollständig an die Technik angeschlossen. Planer hätten versucht, diese Defizite mit Notlösungen zu umgehen, die aber ebenfalls nicht funktionieren. Das Zusammenspiel der Brandschutztechnik funktioniere nicht, so Ole Kreins (SPD). Es sei noch eine ganze Menge auf der Baustelle zu tun.

Viel Geld verloren

Hohe Zusatzkosten seien entstanden, kritisierte Andreas Otto (Grüne). „Es gibt viel aufzuräumen, was im ersten Halbjahr 2012 in fieberhafter, panischer Eile falsch gemacht worden ist. Das haben uns Fachleute des Flughafens bestätigt.“

Auch im Bereich der künftigen Fluggastabfertigung wurde während des versuchten Endspurts viel Geld ausgegeben, das nun verloren ist, sagte Matuschek. Am 22. März hatte die Geschäftsführung der Flughafengesellschaft den Bau eines „Interims-Check-Ins“ beschlossen. So entstand ein 1200 Quadratmeter großes zeltartiges Gebäude, das 18 Check-In-Schalter und sieben Sicherheitskontrollen aufnehmen sollte. Das Zeltterminal sollte genutzt werden, wenn im großen Terminal Technik ausfällt. Nun sei es überflüssig, sagte die Abgeordnete. Rund 1,4 Millionen Euro seien sinnlos ausgegeben worden.

„Zu sehen, wie viel fertig ist und dass wir nicht in Betrieb gehen können, tut schon weh“, sagte Stefan Evers von der CDU. Trotzdem sah nicht nur er keinen Anlass, personelle Konsequenzen zu ziehen und Flughafen-Geschäftsführer Rainer Schwarz abzulösen. Delius sagte, der Ausschuss könne und wolle die aktuelle Arbeit der Flughafenführung nicht bewerten. Doch Andreas Otto bekräftigte seine Forderung, das Schwarz zurücktreten müsse.