Der um bislang siebeneinhalb Jahre verspätete Bau des zukünftigen Hauptstadtflughafens BER hat eine weitere Hürde genommen: Der TÜV Rheinland hat die Wirk-Prinzip-Prüfungen der sicherheitsrelevanten Systeme erfolgreich abgeschlossen. Das teilte der Geschäftsführer der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB), Engelbert Lütke Daldrup, am Freitagabend mit. „Das Prüfergebnis war wie erwartet.“

Bei den Wirk-Prinzip-Prüfungen wird das Zusammenspiel unterschiedlicher Brandschutz-Systeme getestet. Es stand nach der jahrelangen Pannenserie zu befürchten, dass bei den Versuchen weitere technische Probleme zutage treten. Doch die Tests konnten sogar etwas schneller durchgeführt werden als geplant, in 36 statt 41 Tagen.

Lütke Daldrup hatte zuvor zusammen mit TÜV-Experten dem FBB-Aufsichtsrat Bericht erstattet, der am Flughafen Tegel seine reguläre Sitzung abhielt. Der Vorsitzende des Gremiums, Rainer Bretschneider, erklärte: „Für den Aufsichtsrat kann ich feststellen, dass die Eröffnung im Jahr 2020 sicher ist.“ Das genaue Datum soll Ende November festgelegt werden. Klar ist schon jetzt, dass der Termin im Oktober nächsten Jahres liegen wird.

Umzug vom Flughafen Tegel innerhalb kurzer Zeit

Der Umzug vom Flughafen Tegel soll in zwei Tranchen binnen zwei Wochen erfolgen. Der Planfeststellungsbeschluss sieht vor, dass die FBB sich bis zu einem halben Jahr Zeit lassen könnte. Ein schnellerer Umzug bedeutet, dass das bisherige Flughafengelände im Nordwesten der Stadt früher für die geplanten Baumaßnahmen zur Verfügung steht.

Vor der Inbetriebnahme des BER sei jedoch noch viel Detailarbeit zu erledigen, betonte Lütke Daldrup. Insbesondere ist die Sanierung der Kabeltrassen im Hauptterminal T1 noch nicht abgeschlossen. Es mangele an zuverlässiger Dokumentation über die Belegung der Schächte und Kanäle. Physische Arbeiten, also die Verlegung neuer Kabel, spielten eine untergeordnete Rolle.

Der TÜV wird noch voraussichtlich bis Februar weitere Abnahmen im BER durchführen. Bis Ende März soll dann die Baufertigstellungsanzeige erfolgen, und der sechsmonatige Inbetriebnahmeprozess kann beginnen.

Personalvorstand Manfred Bobke-von Camen scheidet im Frühjahr aus

Die Tagesordnung des Aufsichtsrats war so umfangreich, dass die zwanzig Mitglieder zu einer zusätzlichen Sitzung am 18. Oktober zusammenkommen werden. Insbesondere wollen sie sich dann mit der Neuordnung des dreiköpfigen Vorstands befassen. Finanz-Vorständin Heike Fölster verlässt die FBB zum Jahresende und wechselt zur Deutschen Bahn. Personalvorstand Manfred Bobke-von Camen scheidet im Frühjahr aus Altersgründen aus.

Ein weiteres Thema im Oktober wird der Ausbau des BER sein. Anfang des nächsten Jahrzehnts soll die Planung für das neue Terminal 3 beginnen, die Eröffnung könnte 2028 stattfinden. In dem neuen Terminal sollen 15 Millionen Passagiere pro Jahr abgefertigt werden. Mit seiner Inbetriebnahme kann der bisherige Flughafen Schönefeld geschlossen werden, der nach der BER-Eröffnung als Terminal 5 weiterbetrieben werden soll. Damit die alten Gebäude weitere zehn Jahre in Betrieb bleiben können, sind Investitionen im zweistelligen Millionenbereich geplant.