Gibt es neue Probleme am Flughafen BER? Oder wachsen den Ingenieuren und Bauleuten die bisherigen Probleme über den Kopf? Zwei Unternehmen, die im neuen Terminal tätig sind, wollen den Berliner Abgeordneten derzeit nicht Rede und Antwort stehen.

Bosch und Caverion haben dem Unterausschuss Beteiligungsmanagement, der am 14. März tagt, abgesagt. Hat das mit Schwierigkeiten auf der Baustelle zu tun? Solchen Spekulationen sind die Firmen jetzt entgegen getreten.

Phase der „finalen Steuerungstests“ am BER

„Wir haben über Jahre hinweg mehrmals an Sitzungen des Unterausschusses teilgenommen. Wir werden, wenn das gewünscht wird, gerne auch beim nächsten Mal den Abgeordneten wieder Rede und Antwort stehen. Im Fall der Sitzung am 14. März haben wir uns allerdings entschieden, einmal auszusetzen“, teilte ein Bosch-Sprecher auf Anfrage mit.

„Wir befinden uns am BER aktuell in der Phase der finalen Steuerungstests. Darauf konzentrieren wir uns, das hat derzeit Priorität.“ Es handele sich um aufwendige Tests, die „extrem hohe Kapazitäten“ erfordern. Bosch ist für die Brandmeldeanlage im Terminal verantwortlich.

Einladung zur Sitzungen des Unterausschusses kam zu spät

„Dass wir am 14. März nicht an der Sitzung teilnehmen, hat nichts damit zu tun, dass wir nicht wollen – sondern damit, dass wir den Termin nicht wahrnehmen können“, sagte ein Sprecher der Firma Caverion, die sich mit der Sprinkleranlage im Terminal befasst.

Die Einladung aus Berlin sei erst Ende Februar in München eingetroffen – und sie war an den früheren Vorstandsvorsitzenden gerichtet, der das Unternehmen Ende des vergangenen Jahres verlassen hat. Sein Nachfolger Frank Krause sei über vier Wochen ausgebucht, eine Teilnahme an der Sitzung so kurzfristig nicht möglich.

SPD-Politiker hält Probleme für tatsächlichen Grund der Absage

„Die Begründungen sind nicht überzeugend. Ich finde das Verhalten von Bosch und Caverion nicht korrekt“, entgegnete Jörg Stroedter (SPD), der Vorsitzende des Unterausschusses. An den Tests, von denen Bosch spricht, seien die Manager doch gar nicht beteiligt. „Es geht um viel Steuergeld. Und da erwarte ich, dass die Unternehmen, die dieses Geld bekommen, Rede und Antwort stehen.“

Stroedter bekräftigte seinen Verdacht, dass es am BER Probleme gibt. „Von dort hören ich keine guten Nachrichten, immer nur schlechte.“ Der Puffer im Zeitplan werde immer kleiner. Er bleibe dabei: Es sei keineswegs ausgemacht, dass der Flughafen tatsächlich 2020 ans Netz geht.