Die Kabeltrassen am Flughafen BER sind weiterhin ein Problem. „Und sie werden wohl auch noch für längere Zeit ein Problem bleiben“, hieß es am Donnerstag in Flughafenkreisen. Am 8. März wird sich der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft FBB bei seiner regulären Sitzung in Tegel mit dem Baufortschritt am neuen Airport befassen – dabei wird auch die Verkabelung ein Thema sein. Mit Spannung wird erwartet, was Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup dazu mitteilen wird.

Bei den überhasteten Bemühungen, den Eröffnungstermin 3. Juni 2012 zu halten, war bei den Kabeltrassen im Terminal einiges schief gelaufen. Kabelkanäle mussten mehr Leitungen aufnehmen, als erlaubt sind. Kabelarten, die sich nicht miteinander vertragen, wurden zusammengepackt – etwa Starkstrom- mit anderen Leitungen. Ein gravierendes Problem entstand.

BER-Planer: „Nicht alle Mängel sind kritisch für den Eröffnungstermin“

Zwar wurden später Kabelsanierungen in Angriff genommen, doch sie verliefen nicht so, wie geplant. Die Insolvenz der Firma Imtech, die sich damit befasste, unterbrach 2015 die Bemühungen. Erst nach einigen Monaten übernahm ein anderes Unternehmen, ROM Technik, das heikle Thema. Kurz nachdem Engelbert Lütke Daldrup im März 2017 von der Berliner Senatskanzlei nach Schönefeld auf den Chefsessel der Flughafengesellschaft gewechselt war, dachte er noch: Eine Eröffnung des BER ist 2018 möglich. Aber dann wurde ihm klar, dass die Mängelbeseitigung länger dauern wird. Er musste den Eröffnungstermin korrigieren: auf Herbst 2020.

Die Arbeiten an den Kabeln gehen voran. Doch die Frage ist: Wird es am Ende reichen? Lütke Daldrup hat bereits mitgeteilt, dass die Mängel in verschiedene Klassen eingeteilt wurden. Manche müssten vorrangig abgearbeitet werden, weil sie für die Inbetriebnahme des Flughafens unverzichtbar sind, bei anderen könne man sich Zeit lassen. „Nicht alle Mängel sind kritisch für den Eröffnungstermin“, so ein Planer. Am Donnerstag hieß es, dass es gut möglich sei, dass einige Räume im Terminals 2020 noch nicht nutzbar sind.

Ob eine Eröffnung 2020 machbar ist, werde erst im Herbst klar sein

Die Arbeiten an der Brandmeldeanlage im Terminal hätten größere Fortschritte gemacht. Aber auch dort sei „noch nicht alles fertig“, hieß es. „Jeder Tag ist ernst. Jeden Tag müssen die Arbeiten vorangehen.“

Allerdings werde erst im Herbst klar sein, ob eine Eröffnung 2020 tatsächlich machbar ist. „Wir können noch nicht sagen, wo wir dann stehen werden. Die Aufsichtsratssitzung im September wird eine gewisse Dramatik haben“, so eine Einschätzung. Zuvor wird das Gremium, in dem die Länder Berlin und Brandenburg, der Bund sowie Arbeitnehmervertreter sitzen, am 17. Mai tagen. Der Termin 8. März wurde festgelegt, bevor dieser Tag in Berlin zu einem Feiertag erklärt wurde.