Berlin - Wie teuer der Hauptstadtflughafen BER tatsächlich einmal werden wird, darüber kann nur spekuliert werden. Nach bisherigem Kenntnisstand wird der Airport am Ende aber deutlich mehr als fünf Milliarden Euro verschlungen haben. Und das nicht nur wegen der Kostensprünge und Regressforderungen, die nach der verschobenen Eröffnung zu erwarten sind.

Größter Posten ist natürlich der Bau des Flughafens selbst, der sich auf deutlich über 3 Milliarden Euro verteuern wird, wie am Mittwoch in Potsdam mitgeteilt wurde. Er sollte zuletzt 2,5 Milliarden Euro kosten. Darin enthalten sind auch das Terminal und passive Lärmschutzmaßnahmen für Anwohner. Allein der Terminal (geplant: 630 Millionen Euro) kostet nach aktuellen Angaben mindestens 1,2 Milliarden Euro. Für den Lärmschutz (geplant: 140 Millionen Euro) wurden bereits 157 Millionen bereit gestellt. Dieser Betrag dürfte sich verdoppeln, wenn die Flughafengesellschaft FBB die strengen Auflagen umsetzen muss, die im Planfeststellungsbeschluss festgeschrieben sind. Die FBB wehrt sich dagegen.

Viel Geld wurde bereits für die Infrastruktur ausgegeben. Die Schienenanbindung und der unterirdische Bahnhof kosteten 636 Millionen Euro, die vor allem von der Deutschen Bahn aufgebracht wurden. Für die direkte Straßenanbindung, die zum Teil der Bund bezahlte, mussten 74 Millionen Euro bereit gestellt werden.

Etwa 82 Millionen Euro kostete vor zehn Jahren der Komplettumzug der Gemeinde Diepensee. Der Ort lag etwa dort, wo sich heute der Terminal erhebt. Die Summe entspricht im Durchschnitt mehr als 240 000 Euro für jeden der seinerzeit 330 Dorfbewohner.

Vier Prozent Zinsen

Auf 1,5 Milliarden Euro schätzen Experten die Kosten, die bereits vor dem Baubeginn des Flughafens 2006 entstanden. Allein die Fehlspekulation mit wertlosem Ackerland („Baufeld Ost“), das für die Flughafenerweiterung aufgekauft, aber nicht gebraucht wurde, brachte einen Verlust von mindestens 200 Millionen Euro. Sehr aufwendig war auch das von unzähligen Gerichtsverfahren begleitete Planungsprozedere, angefangen vom Standortsuchverfahren über das Raumordnungsverfahren bis zum Planfeststellungsverfahren.

Schließlich müssen auch Zinsen (nach FBB-Angaben etwa vier Prozent) und Gebühren für drei Kredite über insgesamt 2,4 Milliarden Euro bezahlt werden. Ein Risiko für die Banken besteht nicht: Die Gesellschafter des Flughafens – der Bund und die Länder Berlin und Brandenburg – bürgen für 100 Prozent.