Potsdam - Für den Flughafen BER wird trotz Warnungen der Genehmigungsbehörde ein Start in Etappen erwogen. Eine Teileröffnung verzögere nicht die gesamte Inbetriebnahme, versicherte am Montag ein Sprecher der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB). Er widersprach damit dem Landrat des zuständigen Kreises Dahme-Spreewald, Stephan Loge (SPD). Loge hatte am Wochenende von einer schrittweisen Inbetriebnahme abgeraten, wie sie FBB-Chef Hartmut Mehdorn plant.

Entscheidungen seien aber noch nicht gefallen, betonte auch Mehdorns Sprecher. Die Skepsis gegenüber einer Teileröffnung ist in den vergangenen Tagen allgemein gewachsen. Vor einer Woche hatten Verantwortliche der FBB, der Gesellschafter, am Bau beteiligter Konzerne und der Genehmigungsbehörde über mögliche Zeitabläufe beraten. Dabei stellte sich heraus, dass alles länger dauert als von Mehdorn gehofft. Der Flughafenchef wollte schon im Herbst mit dem Probelauf beginnen. Ein oder zwei kleinere Fluggesellschaften sollten zunächst am Nordpier des BER Passagiere abfertigen, noch bevor der Rest des Großflughafens fertig ist. Mehdorn verspricht sich davon, Probleme erkennen und korrigieren zu können.

Ohrfeige für Flughafengesellschaft

Weil sich nun auch dieser Teilstart – wie schon die BER-Inbetriebnahme – verzögert, wird sogar ein Verzicht darauf erwogen. Denn im Oktober soll der Aufsichtsrat ohnehin den Gesamtplan billigen: Fertigstellung, Flugstart und Finanzierung in einem Paket. Ob ein Probebetrieb im Kleinen dann noch sinnvoll ist, bleibe abzuwarten, heißt es. Wenig Sorgen macht man sich bei der FBB dagegen über Loges Mahnung, das Genehmigungsverfahren müsse von vorne beginnen, wenn der BER nicht im Frühjahr 2015 fertig sei. Man werde Lösungen finden.

Dass Landrat Loge öffentlich aufs Tempo drückte und „bearbeitungsfähige Genehmigungsanträge“ zum Brandschutz anmahnte, muss die Flughafengesellschaft als Ohrfeige werten. Offenkundig wird dadurch auch das schwierige Verhältnis zwischen Mehdorn und seinem Technik-Vorstand Horst Amann, der im Unternehmen für die Anträge und die Beziehungen zu den Baubehörden in Dahme-Spreewald verantwortlich ist. Geprüft wird nun, ob eine Personalverstärkung Abhilfe schaffen kann.