Ultimatum für die Firma Bosch: Wenn sie es nicht schafft, die Brandmeldeanlage des BER-Hauptterminals bis zum 29. März fertigzustellen, muss die Firma Strafe zahlen. Das sagte Engelbert Lütke Daldrup, der Chef der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg, nach der Aufsichtsratssitzung am Freitag. Er hoffe auf eine rechtzeitige Fertigstellung.

Eigentlich habe Bosch die Brandmeldeanlage schon bis 8. Februar fertigstellen sollen und danach dann noch einmal eine Verlängerung bis zum 8. März erhalten. Nun soll die Firma bis Ende des Monats liefern. Das Unternehmen lasse auch am Wochenende arbeiten und habe weitere Spezialisten eingeflogen, erklärte Lütke Daldrup der Berliner Zeitung. Von 860 Brandmeldern müssten noch rund 100 geprüft und Software „aufgespielt“ werden.

Der TÜV Rheinland habe, was den Baufortschritt angeht, im Vergleich zum Aufsichtsrat zwar noch immer etwas andere, weniger optimistischer Einschätzungen als die Flughafengesellschaft geäußert, der Unterschied sei aber geringer als noch im November, so Lütke Daldrup. Die Differenzen ließen sich den Angaben zufolge auch in der Sitzung am Freitag nicht vollständig ausräumen.

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup:  „Der Zeitplan fällt nicht wie ein Kartenhaus zusammen“

Lütke Daldrup erklärte am Freitag auf der Pressekonferenz, dass er nach wie vor davon ausgehe, dass der Flughafen im Oktober 2020 eröffnet werde. Eine Alternative gebe es nicht. „Dafür haben wir keinen Plan B und brauchen auch keinen Plan B“, sagte der Flughafenchef. Lütke Daldrup versicherte, es gebe noch Zeitpuffer. „Der Zeitplan fällt nicht wie ein Kartenhaus zusammen. Was die Verkabelung des Terminals angeht, spricht aber auch er von mehr als 2000 Mängeln, die ebenfalls bis Ende März beseitigt werden müssten.

Dafür ist die Firma ROM zuständig. Sie soll bis Ende März zumindest die Hälfte der Mängel beseitigt haben, der Rest könne gegebenenfalls später erledigt werden.

Auch sieben Jahre nach dem ursprünglichen Eröffnungstermin arbeiten Baufirmen Mängel im noch immer ungenutzten Terminal in Schönefeld ab. Und wieder geht es nicht so schnell wie gedacht.

BER: Halten alle Dienstleister die vereinbarten Termine? 

Im Zentrum stehen die Brandmeldeanlage und falsch belegte Kabeltrassen. „Hier müssen sich die verantwortlichen Firmen noch kräftig anstrengen, um die versprochenen Termine zu halten“, sagte Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider.

Die Kabeltrassen auf der Baustelle des Hauptstadtflughafens BER werden aber voraussichtlich erst im Juli fertiggestellt. Und dabei gebe es noch etliche Risiken, räumte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup am Montag im Flughafenausschuss des Brandenburger Landtags ein. 

Besser werden will auch der Aufsichtsrat selbst. Das 20-köpfige Kontrollgremium ließ sich am Freitag von einem externen Gutachter den Spiegel vorhalten. Er habe unter anderem festgestellt, dass die Kommunikation noch nicht optimal laufe. Bei einer Sondersitzung im Mai will der Aufsichtsrat nun seine Abläufe verbessern.

Grünes Licht gab das Gremium für das Ziel Lütke Daldrups, das Areal der Internationalen Luftfahrtausstellung (ILA) neben dem Flughafengelände zu kaufen. Es ist derzeit in Händen der Messe Berlin und der Wirtschaftsfördergesellschaft Zukunftsagentur Brandenburg. (mit dpa)