Berlin - Das Desaster um den künftigen Hauptstadtairport könnte bald noch weiter wachsen. In einer internen Stellungnahme wirft die EU-Kommission in Brüssel deutschen Behörden jetzt vor, die Flugrouten um den Flughafen BER in unzulässiger Weise festgelegt zu haben. Damit reagierte die Kommission auf eine EU-Beschwerde des Bürgervereins Friedrichshagen und der Grünen Liga Berlin vom März vergangenen Jahres. Die verbindlichen Flugrouten, die auch über den Müggelsee in Köpenick führen, hatte das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung Ende Januar 2012 vorgestellt. Sie weichen zum Teil erheblich von den zuvor in der Planfeststellung angegebenen Routen ab.

Die EU-Kommission rügt vor allem, dass vor der Routenfestlegung keine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt wurde. Die Stellungnahme ist aber noch nicht endgültig. So ist offen, ob die Flugrouten überprüft werden müssen. „Gleichwohl sind wir sehr zuversichtlich, dass die Kommission an dieser vorläufigen Auffassung festhalten wird“, erklärte Rechtsanwältin Franziska Heß von der Anwaltskanzlei Baumann, die Beschwerde eingereicht hatte.