Berlin - Eine rote Ampel bedeutet: Es besteht deutlicher Handlungsbedarf. Eine gelbe Ampel besagt: Probleme müssen geklärt werden. Es sind zwei Embleme, die in dem Büro des Sprint-Teams, das die Fertigstellung des Flughafens BER vorantreiben soll, oft zu sehen sind. Sie prangen auf fast allen Aushängen, die über den Stand der Arbeiten informieren. So viel steht fest: Der Sprint auf dem Weg zur BER-Eröffnung, zu dem das von Flughafenchef Hartmut Mehdorn berufene Expertenteam im April aufgebrochen ist, wird noch lange dauern. Bislang sind vier Prozent der Terminalfläche fertig, sagt Uwe Hörmann, einer der beiden Büro-Chefs, am Donnerstag.

Ein Kaffeeautomat, ein Konferenztisch, Stellwände mit Statusberichten und eine Toilette, in der das Licht plötzlich ausgeht: Der „Sprint-Beschleunigungsoffice“ am Gate B/ D 15 ist spartanisch eingerichtet. Die kleine Schar von Flughafenmitarbeitern, externen Fachleuten und Unternehmensberatern will das Ziel, den BER ans Netz zu bringen, mit einer neuen Form des Umgangs erreichen. „Mit mehr Kommunikation als bisher“, erklärt Hörmann.

Er spricht auch von einer veränderten Strategie: „Wir wollen die Probleme einfacher, überschaubarer und dadurch lösbar machen“ – anstatt sich von der Komplexität des Milliardenprojekts entmutigen zu lassen. Dieses Prinzip wird seit Ende August in einem der zentralen Problembereiche angewandt: bei der Entrauchungsanlage. Die Teil-Anlage mit der Nummer 14, die 70 Prozent des Terminals auf sieben Geschossen bei Feuer von Rauch befreien soll, habe sich als zu komplex und schwer steuerbar erwiesen, sagt Jochen Großmann, ein externer Fachmann, der das Projekt leitet.

Was bleibt, sind rote Ampeln

Ein einziger Leitungsstrang sollte den Rauch über weite Strecken ins Untergeschoss befördern. Jetzt soll die Anlage in sieben Segmente geteilt werden. Auch die Steuerung wird neu organisiert, wofür Siemens den Auftrag bekam. „Wir sind dabei, die Planungen auszuschreiben“, so der Ingenieur. Details nannte er nicht, auch keinen Termin, wann der Flughafen endlich fertig wird.

Bis zu 200 Arbeiter sind derzeit im Haupt-Terminal beschäftigt, bis zu 100 im Nordflügel (Pier Nord), sagt Hörmann. „Die ersten Flächen sind fertiggestellt“ – im südlichen Hauptteil des Terminals sowie in der südlichen Gepäckausgabehalle. Diese mängelfreien „Pilotflächen“, die bei den weiteren Arbeiten als Muster dienen sollen, machen allerdings nur vier Prozent des BER aus.

So bleiben vor allem die roten Ampeln in den Statusberichten im Gedächtnis. Eine prangt auf dem Aushang zu den rund 10.700 Brandschutzmängeln. Eigentlich sollten bis 14. November 20 Prozent der Arbeiten geleistet sein, steht dort. Tatsächlich wurden zwei Prozent bewältigt. Auf den Berichten zur Umgestaltung der Sprinkleranlage und der Entrauchung ist das Emblem ebenfalls zu sehen. Auch auf dem Rapport zum Umbau des Pier Nord, wo Mehdorn 2014 die ersten Fluggäste begrüßen will: Von 6500 Mängeln ist die Rede und von 196 Arbeitsthemen. 45 seien erledigt. Es gibt noch viel zu tun am Flughafen.