Nach etwas mehr als einer Stunde war es vorbei. Freitagmittag endete die 64. und letzte Sitzung des Untersuchungsausschusses BER. „Wir haben das Desaster dreieinhalb Jahre lang untersucht“, sagte Andreas Otto (Grüne). Und was kam dabei heraus? Ein offizieller Abschlussbericht und Sondervoten der Oppositionsfraktionen. Zusammen werden sie eine tausendseitige Drucksache bilden, die von Montag an vervielfältigt und am Mittwoch ins Internet gestellt wird.

Chronik einer erwartbaren Katastrophe

Bis dahin ist der Wortlaut geheim, doch inzwischen kursieren erste Erkenntnisse aus dem Abschlussbericht. Für all jene, die sich schon länger intensiv mit dem Flughafenprojekt in Schönefeld befassen, sind sie nicht neu. Der Bericht, der mehr als 370 Seiten umfasst, wird sich aber trotzdem als wertvoll erweisen – als umfangreiche Chronik einer erwartbaren Katastrophe.

Vielleicht das wichtigste Resultat: Nicht nur Bau- und Planungsfehler, brüchige Rahmenbedingungen und häufige Umplanungen trugen dazu bei, dass das Projekt BER zwischen 2010 und 2012 ins Trudeln geriet. Auch weichere Faktoren wirkten sich aus. Dem Vernehmen nach ist im Bericht auch von einem Verantwortungsvakuum, von Wirklichkeitsverlust und Fehlinformationen die Rede – sowie davon, dass Risiken ausgeblendet, Kritiker zum Schweigen gebracht wurden. Die Projektkultur stimmte nicht.

Instabile Strukturen: Das Projekt kam früh in Turbulenzen, die nachwirken sollten. Dazu zählt der Bericht die gescheiterte Flughafenprivatisierung und die Aufhebung der Ausschreibung, mit der ein Generalunternehmer gesucht wurden.

Mangelhafte Steuerung: Die Flughafengesellschaft FBB war überfordert. Aber sie sorgte auch nicht dafür, die Last zu verteilen. Die Zusammenarbeit mit einem Unternehmen, das die Koordination verbessern sollte, wurde früh beendet. Die Leistungen der Planungsgemeinschaft pg bbi waren schlecht. Keiner wusste genau, wie weit die Arbeiten jeweils waren. Doch die Kündigung 2012 wurde ausgesprochen, ohne die Folgen abzuwägen.

Häufige Störungen: Auf Wunsch des Bauherrn FBB wurde die Planung sehr oft verändert. Folge war, dass der Ablauf immer wieder gestört wurde und bestehende Mängel in der Planung größer wurden. Betroffen war vor allem die technische Ausstattung des BER-Terminals.