Der Eingang des Ernst von Bergmann Klinikums. 
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Potsdam Das Potsdamer Klinikum Ernst von Bergmann hat nach dem Coronavirus-Ausbruch Fehler eingeräumt. Die Infektionen von Patienten und Mitarbeitern hätten in ihrem möglichen Zusammenhang betrachtet werden müssen, teilte die Klinik am Mittwoch nach Vorlage eines Berichts zur internen Aufarbeitung mit. „Um dies in Zukunft zu verbessern, wird die Zusammenarbeit der Krankenhaushygiene und des Betriebsarztes gestärkt und enger miteinander verzahnt“, erklärte Geschäftsführer Hans-Ulrich Schmidt. „Außerdem waren Dokumentations- und Meldeprozesse offensichtlich weniger zuverlässig, als es die hauseigenen Standards vorsehen.“ Die Klinik bedaure jeden Todesfall.

Im größten Potsdamer Krankenhaus hatten sich im März Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2-bei Patienten und Mitarbeitern gehäuft. Bisher starben in dem Klinikum 45 Covid-19-Patienten. Die Klinik ist für die medizinische Versorgung von etwa einer halben Million Menschen zuständig. Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) hatte die bisherigen Geschäftsführer beurlaubt und neue eingesetzt.

Experten des Robert-Koch-Instituts kritisierten nach dem Ausbruch unter anderem, Umzüge ganzer Stationen könnten die Virusübertragung begünstigt haben. Die Klinik erklärte nach der internen Aufarbeitung, es habe kein örtlicher Zusammenhang zwischen internen Stationsumzügen und dem Virusausbruch festgestellt werden können. Die Reihentests auf das Virus hätten zur schnellen Erkennung beigetragen. Das Klinikum werde aber anders als in der ersten Phase des Ausbruchs künftig eine Quarantäneliste von Mitarbeitern zur Identifikation möglicher Zusammenhänge mit der Infektionshäufung von Patienten nutzen.

Seit Anfang April galt ein Aufnahmestopp für neue Patienten - außer für einzelne Notfälle. Das Gesundheitsamt hob am Montag sämtliche Anordnungen im Zusammenhang mit dem Ausbruch auf. Damit kann das Klinikum wieder in den regulären Betrieb unter Pandemie-Bedingungen übergehen. Die vollständige Notfallversorgung ist bis Ende Mai vorgesehen. Die komplette Öffnung des Klinikums ist für Ende Juni vorgesehen. Geplant ist ein Umbau in eine „ Covid-Klinik“, eine „Nicht-Covid-Klinik“ und eine Klinik für Verdachtsfälle. Inzwischen werden Patienten und Mitarbeiter generell alle vier Tage auf das Coronavirus getestet.

Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) hatte am Mittwoch im Landtags-Gesundheitsausschuss den Umgang des Klinikums mit dem Ausbruch kritisiert. So etwas wie im EVB, dass man nicht merke, wie viele Infizierte man habe, „das wird nicht noch mal passieren“.