Kreuzberg - Die Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg hat einem Vorschlag zugestimmt, den Kreuzberger Bergmannkiez für den Durchfahrtsverkehr zu sperren. Der Kiez folgt damit als erster in Berlin dem Vorbild der „Superblocks“ in Barcelona. Dort wurden Autos radikal aus der Innenstadt verbannt. Ganz so extrem sehen die Kreuzberger Pläne nicht aus: Die umliegenden Hauptstraßen (Mehringdamm, Gneisenaustraße, Lilienthalstraße und Columbiadamm) werden Tempo-30-Zonen.

Der Bereich dazwischen wird mit Pollern, Blumentöpfen und Einbahnstraßen unattraktiv für Autofahrer. Wenn sie nämlich von einer Haupt- in eine Nebenstraße abbiegen, sollen sie so geleitet werden, dass sie am Ende wieder auf derselben Hauptstraße landen. Der Beschluss geht auf einen Einwohnerantrag zurück, den innerhalb von nur einem Monat 1383 Anwohner unterschrieben haben.

Viele sichere Radwege

Mit dem Beschluss der BVV vom Mittwoch müssen auch geschützte Radwege und Kreuzungen auf allen Hauptstraßen schnell angelegt werden, zum Beispiel durch den Tausch von Park- und Fahrspur. „Auch bei den Radwegen müssen wir vom Klein-Klein weg. Nur mit geschützter Radinfrastruktur auf allen Hauptstraßen können sich endlich auch Kinder oder Ältere aufs Rad trauen“, betont Frederik Heilen, Anwohner im Bergmannkiez. 

Das „Superblock”-Konzept aus Barcelona sieht vor, dass einige Stadtviertel radikal autofrei gemacht werden, indem der Verkehr außen um den Block geleitet wird.  (BLZ)