Berlin - Wohneigentum und Mietwohnungen in Berlin verteuern sich weiter, doch könnte angesichts der gesamtwirtschaftlichen Eintrübung allmählich der Höhepunkt des deutschlandweiten Immobilienbooms erreicht oder sogar schon überschritten sein. Das geht aus dem aktuellen Wohnimmobilien-Marktbericht der Hypovereinsbank hervor, der am Montag präsentiert wurde.

Für Mietwohnungen in mittleren Lagen Berlins, zu denen beispielsweise Lichtenberg, Neukölln, Tempelhof oder Weißensee gehören, sind danach beim Abschluss neuer Verträge bis zu 15 Euro pro Quadratmeter kalt zu bezahlen.

In guten Lagen, zu denen etwa Prenzlauer Berg, Wilmersdorf und Teile von Kreuzberg zählen, müssen Mieter schon bis zu 18 Euro je Quadratmeter aufbringen. In Spitzenlagen – Grunewald, Dahlem und Mitte – können laut dem Bericht sogar Mieten bis zu 25 Euro je Quadratmeter anfallen.

Immobilienmarkt in Berlin: Bis zu 13.000 Euro pro Quadratmeter in sehr guten Lagen

Unter den Wohnungsangeboten nimmt der Anteil von Mikroapartments, also von besonders kleinen Unterkünften, von möblierten Wohnungen und Unterkünften, die auf Zeit vermietet werden, zu. Sie gehören zumeist zum hochpreisigen Segment und machen laut Hypovereinsbank mittlerweile rund 30 Prozent der Offerten in Berlin aus.

Ungebrochen ist laut dem Bericht die Nachfrage nach Eigentumswohnungen, die entweder als Wertanlage oder zur eigenen Nutzung gesucht werden. Zwar sanken die Verkaufszahlen, doch die Preise stiegen, wenn auch nicht mehr so stark. Für neu errichtete Eigentumswohnungen sind in sehr guten Lagen mittlerweile bis zu 13.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche zu bezahlen.

Merklich günstiger ist es am Stadtrand, aber auch hier werden in einfachen Lagen inzwischen mehrheitlich Preise von über 3000 Euro je Quadratmeter verlangt. Einheiten in Prestigeprojekten erreichen sogar Preise von mehr als 20.000 Euro je Quadratmeter.

Trotz Höhepunkt des Immobilienbooms: Flächendeckender Preisrückgang eher unwahrscheinlich

„Eine überwiegend internationale Klientel, die sich beim Preisniveau an anderen europäischen Metropolen orientiert, ist oftmals bereit, sehr hohe Summen zu akzeptieren“, heißt es in dem Bericht. Dies treibe die Kosten in die Höhe.

Die ermittelten Mieten und Kaufpreise in dem Bericht beruhen laut der Hypovereinsbank unter anderem auf Analysen der Immobiliengutachter der Bank sowie der Auswertung diverser öffentlich zugänglicher Quellen.

Sie beziehen sich auf den Zeitraum 2018 bis April 2019. Auch wenn der Höhepunkt des Immobilienbooms erreicht oder schon überschritten wurde, ist laut dem Bericht ein deutlicher flächendeckender Preisrückgang in absehbarer Zeit eher unwahrscheinlich. Dagegen seien Preiskorrekturen, etwa bei Projekten mit geringen Lagequalitäten, nicht auszuschließen.