Rund um den 79. Jahrestag der Novemberpogrome hat es zahlreiche antisemitische Vorfälle gegeben. So wurden nach Angaben der Berliner Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) in der Nacht vom 6. auf den 7. November in Berlin-Neukölln 16 Stolpersteine gestohlen. Vier weitere seien beim Versuch, diese aus dem Boden herauszureißen, beschädigt worden.

Laut RIAS geht unter anderem das Bündnis Neukölln davon aus, dass hinter der Aktion Neonazis stehen. Das Bündnis Neukölln ist ein Zusammenschluss von Organisationen, Gewerkschaften und Geschäftsleuten, privaten und staatlichen Einrichtungen sowie Einzelpersonen. Beim polizeilichen Staatsschutz übernahm nach Angaben der Polizei das Dezernat zur Verfolgung rechtsextremistisch motivierter Straftaten die Ermittlungen. In der Vergangenheit hatte es im Ortsteil Britz auch mehrere rechtsextreme Übergriffe gegeben. 

Am Abend des 9. November wurde nach Angaben von RIAS in Berlin-Moabit eine antifaschistische Gedenkdemonstration mindestens drei Mal gestört. So seien von Umstehenden oder Anwohnern unter anderem Parolen wie „Nieder mit Israel“, „Free Palestine“, „Ob Ost - Ob West, nieder mit der Roten Pest“ gerufen. Teilnehmer der Demonstration wurden als „Faschisten“ beschimpft.

Auf dem Potsdamer Platz fand ebenfalls am 9. November eine Kundgebung der Gruppe BDS-Berlin statt. An dieser beteiligten sich etwa zehn Personen. BDS steht für „Boycott, Divestment and Sanctions“. Unter diesem Label versucht eine internationale politische Kampagne Israel als „Apartheid“ und „Kolonie“ zu delegitimieren und ruft zum Boykott israelischer Waren auf.

Übergriffe im gesamten Bundesgebiet

Nach RIAS-Angaben kam es im gesamten Bundesgebiet zu antisemitischen Sachbeschädigungen – unter anderem in Dortmund, wo Neonazis vor einer Synagoge eine Kundgebung abhielten, Reichsfahnen schwenkten und "Nie wieder Israel" riefen.

Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus will ihren Bericht an diesem Mittwoch im Internet veröffentlichen.