Berlin - Eine Klinik in Berlin, ein Patient wird eingeliefert. Der diensthabende Arzt in der Rettungsstelle stellt eine Herzinsuffizienz fest, der Patient lagert Wasser ein. Er wird auf eine Station verlegt, erhält ein harntreibendes Medikament. Ob es wirkt, bleibt unklar. Um ihn zu wiegen, um zu messen, wie viel Flüssigkeit er ausscheidet, fehlt Pflegepersonal. „Das ist eine ganz selbstverständliche Tätigkeit, aber wir sehen, dass solche Tätigkeiten nicht mehr durchführbar sind.“

Ein Arzt an einer Berliner Klinik hat jetzt diese Geschichte erzählt. Obwohl sie sich in jedem Krankenhaus der Stadt zugetragen haben kann, illustriert sie, warum Beschäftigte der Landesunternehmen von Vivantes und Charité derzeit für bessere Arbeitsbedingungen demonstrieren. Und warum sich immer mehr Mediziner auf ihre Seite stellen. Sie haben eine Solidaritätsadresse unterzeichnet: unter www.pflegekräftestärken.berlin. „Es ist eine größer werdende, nicht unerhebliche Minderheit“, sagt der Arzt, der anonym bleiben möchte. In der Notfallmedizin und auf Intensivstationen vor allem, erklärt er, „hängt die Qualität der Arbeit in besonderer Weise von gut eingespielten Teams ab, die sieben Tage die Woche rund um die Uhr verfügbar sind.“ Eingespielte Teams werden immer seltener.

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